Ama Dablam Expedition 2023
Hier findest du meine Blogeinträge zur erfolgreichen Expedition auf den Mera Peak und die Ama Dablam vom Herbst 2023.
Mein Unternehmen ist mehr als ein Job. Darum ist mir wichtig, dass jedes neue Projekt auch zu mir und meinen Werten passt. Denn nur so kann ich die besten Ergebnisse erzielen.
Freitag, 20.Oktober - Transit Flughafen Doha
Das Abenteuer Ama Dablam ist gestern mit einer einigermassen pünktlichen Zugfahrt zum Frankfurter Flughafen gestartet. Ich denke bei der Deutschen Bahn gelten 15 Minuten Verspätung wahrscheinlich schon als extrem pünktlich. Dass der Zug in einer anderen Komposition als geplant und ich darum ohne reservierten Sitzplatz fahren musste, entpuppte sich zum Glück als weniger schlimm als zunächst befürchtet.
Am Fernbahnhof vom Flughafen Frankfurt angekommen, galt es, den schnellsten und direktesten Weg zum Terminal 2 zu finden. Denn ich reiste mit 2 riesigen und entsprechend schweren Dufflebags, einem Trekking-Rucksack und einer zusätzlichen kleinen Dufflebag. Noch wusste ich nicht, welches Gewicht beim Gepäckband angezeigt würde, doch gemessen an den vergossenen Schweisstropfen auf dem Weg dorthin ahnte ich Schlimmes.
Da ich genug Anreisezeit berechnet hatte, war ich sogar vor den Check-in-Mitarbeitern da und so hatte ich Zeit, meine Blase zu trainieren (man darf ja das Gepäck nicht unbeaufsichtigt lassen und ich wollte mein Gepäck nicht wieder quer durch den Flughafen schleppen) und die News zu lesen. Offenbar hat sich der Aufwand mit dem Abflug ab Frankfurt doppelt gelohnt: Der Flug war nicht nur massiv günstiger, der Flughafen Basel wurde soeben wegen einer Bombendrohung evakuiert und diverse Abflüge gestrichen.
Das Einchecken ging dann flott über die Bühne, obwohl ich im Aufgabegepäck 13kg Übergewicht hatte, also eigentlich nur mit 40kg fliegen dürfte. Ich musste nichts nachzahlen und der freundliche Herr am Schalter wünschte mir wunderschöne Ferien. Ich bin jetzt schon gespannt, wie es dann beim Rückflug gewichtsmässig aussieht. Die letzten Male waren sie in Kathmandu extrem streng was das Gewicht angeht und ich musste schon einige hundert Dollars nachzahlen. Immerhin sollte bei meiner Rückkehr der mitgebrachte Proviant nicht mehr auf der Waage liegen.. Einkalkuliert habe ich dafür den Kauf einiger Northface-Taschen und diese sind bekanntlich nicht gerade leicht. Daran erinnere ich mich noch sehr gut, denn 2019 kam ich mit 75kg Gepäck nach Hause. Mit dem Zug. Vom Flughafen Zürich. Mit 3x Umsteigen.....
Aber nun wieder zurück zur Gegenwart. Weil ich wusste, dass ich sehr viel und eher schweres Gepäck haben würde, buchte ich extra Buisnessclass. Das bedeutet zwar ein viel teureres Ticket als üblich, dafür ist es eben egal, wenn man sich extrem mit dem Gewicht verkalkuliert. Es ist auch egal, ob man 4 Stunden zu früh am Flughafen ist, weil man die Zeit in der Lounge totschlagen kann. Dort gibt es kostenlos Essen, Getränke, zuverlässiges Wlan, bequeme Sitze und im Normalfall fast keine Kinder.
Dieses Mal hatte ich Glück und es hatte nur ein schlafendes Kind. Ich konnte also in Ruhe die letzten Arbeiten für den Unterricht erledigen, etwas essen und war innerhalb von 5 Minuten durch den Sicherheitscheck.
Der erste Flug nach Doha war dann auch so wie man es sich wünscht und vorstellt: Ich hatte einen super Platz am Fenster mit allerlei Einstellungsmöglichkeiten. Lehne hoch, runter, halbhoch, dreiviertelhoch, mit oder ohne Armlehne, etc.
Das Essen bestellt man wie im Restaurant à la carte und man kann sogar wünschen in welcher Reihenfolge und wann man es gerne serviert bekommen möchte.
Einziges Manko: Vor Abflug gibt es "nur" Champagner, einen Qatar-Cocktail oder Saft und noch kein Bier. Spätestens als ich hörte, dass sie mein zweitliebstes Belgisches Bier auf dem Flug haben, war mir das aber egal. Wer erwartet schon ein eiskaltes Leffe auf einem Flug nach Doha?
Das Essen war hervorragend und jedes Mal wenn eine der 4 verschiedene Flight Attendants zu mir kam, wurde es lustig. Sie scheiterten allesamt an meinem Namen und ich an ihrem Akzent oder der Business-Realität. Ich konnte weder glauben, dass sie mir wirklich und wahrhaftig ein Pijama verteilten, noch dass sie vier verschiedene Olivenöle oder Läderach-Pralinen an Bord hätten. Ich ass mit einem weissen Tischtuch, eigenen Salz- und Pfeffersteuern und als Amuse bouche wollten sie mir eine Krevette auftischen.
Nach dem Essen verwandelte sich mein Sitz in ein bequemes Bett mit einer flauschigen Fleecedecke und einer pinken Augenklappe, so dass ich versucht war zu schlafen. Mein Kopf liess sich jedoch nicht ausschalten, so dass ich einfach ein wenig vor mich hin döste.
Bei der Ankunft in Doha stand schon ein privater Bus für uns wenige Nasen bereit, der uns direkt - ohne die übliche Sicherheitskontrolle - zum Terminal chauffierte.
Und dort sitze ich nun schon seit 2.5 Stunden auf einer Terrasse mit Ausblick auf einen echten Wald mit Wasserfallgeräuschen. Eigentlich sollte man hier in Doha von Terminal zu Terminal spazieren, um noch mehr dieser Highlights zu bestaunen. Die spinnen doch die Qatari… Bisher war ich immer am selben Ort, dort wo der gelbe Riesen-Teddy sitzt. Aber keine Ahnung, wo das ist, hier auf jeden Fall nicht.
Ich bin gespannt auf das Abenteuer und hoffe inständig, dass ich einmal mehr ganz grosses Glück habe mit meiner Klettergruppe von IMG. Schwere Tage am Berg sind einfach so viel leichter durchzustehen, wenn man keinen Kontakt zur Aussenwelt hat, die Moral in der Gruppe stimmt und man sich gegenseitig aufmuntern und pushen kann.
Bis ich das erfahre, muss ich mich aber noch ein wenig gedulden.
Wer mehr über die Expedition erfahren möchte, kann direkt auf www.mountainguides.com/amadablam alle Infos in Englisch nachlesen.
Samstag, 21.Oktober - Kathmandu
Ich sitze gerade in meinem Hotelzimmer und sollte eigentlich schlafen. In den letzten 24 Stunden landete ich in Kathmandu, lernte meine Guides und meine Gruppe kennen, gönnte mir eine Massage und packte meine Taschen aus, um und ein. Doch der Reihe nach: Der zweite Flug von Doha nach Kathmandu war ebenso smooth wie der erste. Ich hatte leider dieses Mal keinen Fensterplatz, so dass ich die Aussicht auf den Himalaya-Gebirgszug nicht wirklich geniessen konnte. Ab und zu war das Fenster frei und ich konnte einen Blick der fernen Gipfel erhaschen, mehr aber auch nicht. Dafür hatte ich einen netten Sitznachbar mit dem ich ab und zu ein wenig plaudern konnte. Joe, eher älteren Datums, kommt aus Los Angeles und reist mit seinem Freund, der im Rollstuhl sitzt und nur wenige Schritte am Stück gehen kann für 10 Tage nach Nepal. Wenn alles klappt, werden sie morgen mit dem Heli zum Everest View Hotel fliegen und den Everest bestaunen können. Ich drücke den beiden auf jeden Fall die Daumen, denn nach dem heutigen Tag in Kathmandu ist es für mich quasi unvorstellbar, dass man hier mit dieser Mobilitätseinschränkung überhaupt nur eine Stunde das machen kann, was man gerne möchte.
Die Einreise war mit einer kurzen Wartezeit verbunden, dafür drehten meine beiden Dufflebags schon ihre Runden auf dem Laufband, als ich dort auftauchte. Der Abholservice von IMG war wie immer perfekt und nur 30 Minuten nach der Landung sass ich schon im Bus in Richtung Hotel. Die Fahrt nahm ich nicht alleine auf mich, denn kurz vor mir waren schon zwei lustige Damen - Mutthu und Chiwen aka Nicki - gelandet und so war die Fahrt zum Hotel sehr kurzweilig und lustig.
Im Hotel warteten schon die Guides und die nächsten der Gruppe und beim Willkommenstee wurden die ersten Namen und Anekdoten ausgetauscht. Wir alle waren hungrig, so beschlossen wir, nachdem wir Neuankömmlinge die Taschen im Zimmer verstaut hatten, in der Nähe zu Abend zu essen.
Wir landeten in einem Mini-Pizza-Resti mit einem Besitzer der 4 Jahre lang in Mailand in einer Pizzeria arbeitete. Die Pizzen waren zwar nicht italienisch knusprig, aber trotzdem sehr lecker. Die Gespräche waren ausgiebig, spannend und ermüdend, denn ich muss erst wieder in die "english mood" kommen, um allem zu folgen, alles mitzubekommen und adäquat zu antworten. Die knapp 24 Stunden ohne Schlaf machten sich jetzt definitiv bemerkbar. Zum Glück ging es dem Rest der Truppe ähnlich, so dass wir bald wieder zurück im Hotel waren und ich mich ins Bett legen konnte. Doch halt! Im Garten vor dem Hotelzimmer lief eine Party mit lauter Musik, so dass ich schlussendlich erst um 23h schlafen konnte. Ich nutzte dafür die Zeit um in Ruhe mein Zeug auszupacken und bereit zu legen für den Gear check von heute morgen.
Um 8h weckte mich mein Handy aus dem Tiefschlaf und kurz darauf fand ich mich im Halbschlaf am Frühstücksbuffet wieder. Ich beschloss danach, den Tag in Ruhe zu starten, richtig wach zu werden und erst einmal alle Nachrichten zu beantworten. Um 10h war die Reihe an mir um mit den Guides das Material durchzugehen. Es schien als ob sie begeistert wären von meinen kleinen Helferlein, denn sie hatten nichts auszusetzen und waren höchst zufrieden mit dem Mitgebrachten. Den Nachmittag rundete ich dann mit einem Spaziergang durch das Touristische Zentrum Thamel ab. Die Idee war Pizza im Resti "Fire&Ice" zu essen, eine Massage bei "Seeing hands" zu geniessen und Prayerflags und Wasser zu shoppen. Leider war ich ein wenig spät dran, weshalb ich auf die Pizza verzichtete und die 60 Minuten Massage für 12.50.- dafür doppelt genoss. Das Shopping konnte ich ebenfalls ziemlich zügig erledigen. Ausser einem Supermarkt, dessen Gebäude nicht mehr steht, ist in Thamel alles an den gewohnten Orten zu finden gewesen. Sogar mein geliebtes Everest-Bier habe ich gefunden, aber leider nur in Flaschen. Es wird dann meine Aufgabe für nach dem Trip sein, das Bier irgendwo in Dosen aufzufinden.
Pünktlich auf das Teammeeting um 16h war ich zurück im Hotel. Dort waren wir das erste Mal als komplette Gruppe zusammen und erfuhren auch ein wenig was von den anderen. Ich erinnere mich ausser an die Namen zwar nicht mehr an viel, aber dafür haben wir ja jetzt genug Zeit am Berg. Das wichtigste für alle, die nach der Gruppe gefragt haben: Wir sind total 2 Ami-Guides, 5 Nepali-Guides und 13 Kunden, die anderen 12 alle aus den USA. Nach den ersten zwei Wochen und dem Mera Peak als Highlight, werden 10 nach Hause fliegen und ich werde mit Dean und Frits ein hoffentlich erfolgreiches Ama Dablam-Trio bilden.
Nach dem Meeting blieb mir kurz Zeit um mit dem Um- und Einpacken zu beginnen, womit ich leider nicht fertig wurde, da ich plötzlich hervorragendes Wlan hatte und das zum Telefonieren nutzte.
Das Team-Diner um 18h war dann ebenfalls eher kurz, da wir beim Meeting erfahren hatten, dass wir morgen früh um 02.00h in Richtung Manthali abfahren werden. Es ist jetzt kurz nach 21h, mir bleiben also noch rund 4h Schlaf vor der Abfahrt. Zumindest bin ich vorher mit dem Einpacken fertig geworden. Es gibt eine Climbing und eine Trekking-Duffle, die aber beide immer mit uns "mitreisen", eine Kathmandu-Tasche, die hier im Hotel auf mich warten wird, und ein Handgepäck, was gleichzeitig mein Wanderrucksack sein wird.
Ich bin bereit endlich loszulegen und freue mich sehr auf den Start des Treks. Zuerst gilt es aber morgen pünktlich auf- und die 4-5h Autofahrt zum Flughafen zu überstehen. Auf gutes Wetter in Lukla zu hoffen, so dass wir abfliegen können und dann den morgigen letzten Ruhetag zu geniessen.
Montag, 23.Oktober - Let's get started
Wir sind in Lukla!!!
Aber der Weg dahin war länger als geplant… Das pünktliche Aufstehen und losfahren in Kathmandu funktionierte bei allen wunderbar. Die Taschen waren ready, die Gruppe bereit die nächsten vier Stunden im Bus zu verbringen und die Wettervorhersage für Lukla perfekt. Zuerst war die Strasse schön breit und leer, doch je länger wir fuhren, desto mehr Busse waren unterwegs und desto enger wurden die Strasse und die Kurven. Der Fahrer machte einen wunderbaren Job, er fuhr gleichmässig, sicher und ruhig in Richtung Manthali. Seit letztem Jahr wird Lukla nicht mehr direkt von Kathmandu angeflogen, sondern eben von Manthali. Zu viele Flüge von den kleinen Flugtaxis würden die grossen internationalen in Gefahr bringen und der Flug ist nun auch nur noch 15 Minuten lang und nicht mehr 25. Die Gesellschaften können also auch mehr Passagiere in der gleichen Zeit transportieren.
Als der Flughafen in Sicht kam, startete gerade das erste Flugzeug, wir wussten also, dass die Wettervorhersage korrekt war. Wir frühstückten noch ausserhalb des Eingangs in einem kleinen Guesthouse und beobachteten die Menschenmenge, die im scheinbaren puren Chaos hin und her eilten, standen, und versuchten aus den Gesten des Personals schlau zu werden.
Um ca. 8h begaben auch wir uns mitten in das Chaos. Es galt zuerst die gepackten Duffles wiegen zu lassen und wieder aufzuschichten. Danach wurde ebenfalls das Handgepäck gewogen. Das Gewicht wurde übrigens auf einem Fresszettel so gross wie ein Kaugummipapier notiert. Messer, grosse Wasserflaschen oder Wanderstöcke ausserhalb der Rucksäcke spielten offenbar keine Rolle…
Danach mussten wir die Duffles durch die Menschenmenge zur Gepäckabgabe schleppen. Das ist ein 2m–Schalter in der Ecke eines 30 Quadratmeterraum, in den sich alle Passagiere, Arbeiter und Guides quetschen. Keine Schlange, Ordnung oder Kontrolle war ersichtlich. Aber sie kontrollierten, ob in den Duffles Powerbanks steckten und das nahmen sie offenbar sehr genau… sie fanden immerhin 2 der 4 vergessenen Powerbanks :)
Als nächstes kam die Sicherheitskontrolle mit 2 Eingängen: Männlein und Weiblein. Bei den Jungs war kein Beamter da, so konnten sie einfach im Sekundentakt durch den Vorhang verschwinden. Bei uns Damen wurde der Rucksack geöffnet, alle Taschen kontrolliert und die Boardingkarte studiert. Vielleicht störte sie die Sitznummer “any”.
Wir kamen da aber alle unbehelligt durch und fanden uns in einem Raum wieder, den wir in den nächsten 9,5 Stunden nicht mehr wirklich verlassen würden. Davon wussten wir aber zum Glück noch nichts. So waren wir gespannt, voller Vorfreude auf den Flug, ergriffen die Möglichkeit einander besser kennenzulernen und machten Witze über die 3000 Wanderer, die anscheinend letzte Woche hier gestrandet waren…
Um 11 h kam dann die Info, dass der Flughafen in Lukla kurzzeitig geschlossen wurde wegen zu viel Wind. 4 von uns nutzten die Chance, um wieder aus dem Flughafen zum Guesthouse zurück zu kehren um zu Mittag zu essen. Es war schön für eine Weile draussen an der frischen Luft zu sitzen und die Aussicht zu geniessen. Es hiess, dass ab 15h wieder geflogen werden könne, weshalb wir kurz vorher wieder durch die Kontrolle in den Warteraum gingen. Dieses Mal nutzte ich auch den Männereingang und es fiel niemandem auf.
Als wir um kurz vor 16h die ersten Flugzeugmotoren hörten, stieg die Vorfreude umso mehr, denn wir wussten nun, dass sich das Warten gelohnt hatte. Phunuru hat überall exzellente Kontakte, darum wusste er, dass unser Gepäck schon im Flugzeug geladen war und wir im nächsten oder übernächsten Flug nach Lukla fliegen würden. Unser Flug wurde kurz darauf aufgerufen und wir standen bereit zum Boarding. Die Flugzeuge der anderen Gesellschaften wurden ebenfalls munter beladen, den Abflug wirklich durchführen konnte aber nur noch eine andere Airline. Beim einen Flugzeug gab es technische Probleme und beim anderen war der Pilot schon zu lange im Dienst.
Also konnten wir aus nächster Nähe zuschauen, wie das erste Flugzeug unserer Gesellschaft mit Passagieren gefüllt wurde und losbrauste. Leider brauchten sie zu lange und es war kein zweiter Pilot anwesend. Eigentlich wäre der Plan gewesen, dass der Pilot zurück und uns dann noch nach Lukla fliegen würde. Leider passte das nicht mehr in den Dienstplan. Um 16.15h erfuhren wir diese kleine aber wichtige Info auch und mussten uns der Realität stellen: wir warteten 9,5h für die Katze.
Zudem gibt es in diesem Ort nur 3 Hotels. Phunuru rannte also los um für uns Betten zu besorgen, wir waren ja nicht die einzigen, die feststeckten. Phunuru wäre aber nicht Phunuru, wenn er nicht 10 Minuten später schon ein Hotel und den Transport dahin organisiert hätte.
Kurze Zeit später sassen wir im Hotelrestaurant, erhielten die Zimmerschlüssel und bestellten das Abendessen, alle kurz vor dem Einschlafen, denn so lange warten nach sehr wenig Schlaf ist definitiv noch ermüdender.
Das Problem, das nun auftauchte war noch weniger vorhersehbar: die 2 “Köche” waren die Besitzer und hatten noch nie für 15 Personen gekocht. So warteten wir nochmals geschlagene 2!!!! Stunden auf unser Essen. Einige schliefen dabei schnarchend am Tisch ein, andere unterhielten sich mit eigentlich unlustigen Jokes und Phunuru ging irgendwann zum Markt um uns Orangen zur Überbrückung zu besorgen.
Die Zeit vom Service des Essens bis die Teller leer waren, war sehr kurz, denn alle wollten einfach nur noch ins Bett.
Heute Morgen war dann Tagwache “erst” um 4.45h, genau die Minute in der der Hahn vor dem Fenster krähte. Da wir unsere Duffles im Flugzeug liessen (Pro-Tipp um ein Flugzeug zu reservieren…), fiel das umziehen oder Zähneputzen sowieso aus, so dass wir um kurz nach 6h schon wieder im Gedränge am Flughafen standen. Immerhin mussten wir nur das Handgepäck wiegen. Die Sicherheitsdame war wieder dieselbe, bei den Jungs ebenfalls 😂
Nach 10 Minuten Wartezeit wurden wir schon aufgerufen, kurze Zeit später standen wir auf dem Rollfeld, mussten jedoch noch warten. Denn heute ist der Festtag der Motoren, also werden alle Arten von Motoren gesegnet. Das heisst, kleinen Altar aufstellen, Flugzeug anmalen, beten, Flugzeug putzen und Altar wegräumen. Wir schauten dem Ganzen mit ungläubigen Gesichtern zu, waren irgendwie auch beruhigt und gerührt, dass wir nun in einem gesegneten Flugzeug fliegen würden. Das Boarding folgte und endlich, endlich waren wir auch in der Luft und auf dem Weg aus der Zivilisation. Es war ein ruhiger Flug in den Sonnenaufgang, einfach Genuss pur!
Nach der Landung ging es direkt zum Teahouse zum Frühstück und zum Zimmer für das Auspacken. Mein Zimmer ist das Sir Edmund Hillary-Zimmer und gleicht einer Suite inklusive Doppelbett. Die Aussicht vom Zimmer ist direkt auf die Flugbahn (Siehe Bild oben), da stand ich dann auch eine Weile in der Sonne und genoss die Flugzeug-Situation in vollen Zügen.
Um 10h ging’s auf einen ganz kurzen Akklimatisierungs-Hike und danach gab es exzellenten Lunch. Die freie Zeit am Nachmittag ist kurz erzählt: einmal die Hauptstrasse rauf und wieder runter, Stopp im Everest Café mit Sonnenterrasse, Kuchen und 5G-Wifi. Hier sitze ich immer noch, um euch auf den neusten Stand zu bringen.
Der Plan für morgen ist ein 5-ständiger Ausflug in die Höhe mit Mittagessen in einem Teahouse auf dem Weg und übermorgen steht dann schon der erste Heliflug nach Khote auf 4100m an.
Mir geht es super, die Gruppe macht extrem Spass, die Guides sind der Hammer und ich bin froh, dass wir uns endlich ein wenig bewegen konnten, denn seit ich am Donnerstag in Basel in den Zug stieg, sass ich gefühlt 90% nur irgendwo rum.
Dienstag, 24.Oktober - Akklimatisation
Heute konnten wir das erste Mal ein wenig länger schlafen, denn wir treffen uns erst um 8.00h zum Frühstück. Das Essen hier in den Teahouses läuft immer ungefähr gleich ab. Man versucht so früh wie möglich zu bestellen, damit die Küche sich vorbereiten kann. Das Frühstück von heute Morgen haben wir zum Beispiel schon gestern Abend bestellt. Als ich also um 7.50h im Essraum auftauchte, standen schon die Kaffee- und Teekannen bereit und um kurz nach 8.00h kamen die verschiedenen Menüs. Ich bestellte mir für heute Spiegeleier, da man da nicht viel falsch machen kann und ich das normalerweise auch im Ausland essen kann.
Nach dem Frühstück packten wir unseren Tagesrucksack mit Wasser und Snacks, Regenkleider und Daunenjacke und machten uns auf den Weg in die Höhe. Der Tag heute diente der Akklimatisation, also dem Aussetzen des Körpers in grössere Höhen, damit er schon mit der Produktion der roten Blutkörperchen beginnt, die man in rauhen Mengen braucht, wenn man so hoch rauf möchte wie wir das in 3 Wochen vorhaben. Wir wanderten ziemlich genau 3 Stunden einen Berg hoch zu einer kleinen Lodge. Dort, auf knapp 3500m assen wir im gemütlichen kleinen Essraum unseren Lunch. Damit wir nicht zu lange warten mussten, schickten wir einen unserer Assistenzguides - Ngima - voraus um die Bestellung zu überbringen. Ngima war bei unserer Ankunft sogar in der Küche am Helfen Karotten zu schneiden.
Nach dem Mittagessen wanderten wir die zuvor erklommenen 800m wieder auf dem gleichen Weg hinunter und nach weiteren 2h sassen wir schon wieder in unserer Lodge in Lukla. Bevor wir uns davon machen konnten, mussten wir wieder unser Essen bestellen. Dafür schreiben unsere Ami-Guides wie echte Kellner einen Zettel voll mit Bestellungen und Extrawünschen.
Danach machte ich mich an einen Duschversuch mit kaltem Wasser und ich schaffte es immerhin, mich so abzuduschen, dass ich am Schluss den Schweiss los war. Nicht schlecht mit dem eiskalten Wasser :)
Zudem machte ich auch eine kleine Handwäsche, da wir morgen ziemlich sicher wieder sonniges Wetter haben werden und ich jede Möglichkeit zum Waschen wahrnehmen möchte die es gibt. Danach gingen einige unserer Gruppe nochmals ins Café von gestern um vom WLAN zu profitieren und hot lemon zu trinken bevor um 18h Abendessen auf dem Plan stand.
Für mich gab es salzige Popcorns zur Vorspeise und einen Teller Spaghetti Napoli als Hauptgang. Ich schaffte es sogar den Teller leer zu essen..
Weil der Ofen in den Teehäusern immer nur eine Stunde während dem Essen erhitzt wird, herrscht zu dieser Zeit grosses Gedränge im Essraum und darum auch ziemliche Wärme. Ich konnte meine Spaghetti auf jeden Fall im T-Shirt geniessen.
Nach dem Essen ging’s zur Tages-Info für morgen für den Helitag. Wir werden, abhängig von unserem Körpergewicht, in 4 Flügen nach Khote gebracht. Ich werde im zweiten Flug sitzen und hoffe auf einen Fensterplatz.
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Mittwoch, 25.Oktober - Heliflug Nr.1
Ich konnte in der Nacht nicht gut schlafen, es war einfach viel zu heiss im Schlafsack. Ich benutze die Decken, die von den Teehäusern bereit liegen noch nicht und lasse den Reissverschluss offen. Mal schauen wie lange es geht, bis ich froh um die Zusatzdecken bin.
In Lukla, so nahe am Flughafen, wacht man das erste Mal auf wenn die Sirene losgeht, die signalisiert dass das erste Flugzeug in Manthali gleich startet. Danach das zweite Mal wenn das erste Flugzeug in Lukla landet und falls du dann nochmals einschläfst, wirst du ein drittes Mal geweckt, wenn das Flugzeug wieder startet oder das zweite Flugzeug landet. Dazwischen hört man Hähne, bellende Hunde und redende Frühaufsteher. Also definitiv kein Ort zum Ausschlafen.
Den Tag startete ich mit dem Packen der Trekking-Duffle und des Rucksacks, damit nach dem Frühstück schon alles bereit ist für den Transport zum Helipad.
Der Weg dahin ist kurz, die Vorfreude dafür umso grösser. Einige von uns sind noch nie in einem Heli geflogen und warteten schon sehnsüchtig auf den heutigen Tag. Ich kann mich noch gut an den Rückflug vom Aconcagua Basecamp erinnern und bin ebenso aufgeregt auf den zweiten Heliflug meines Lebens. Wir konnten unsere Taschen direkt zum Helipad tragen und dort das bunte Treiben aus nächster Nähe verfolgen. Ich könnte dort Tage verbringen um das Chaos zu bestaunen. Es kommen und gehen Personen, Helis fliegen an und weg, gleich neben dem Pad werden Yaks und Maulesel voran getrieben und nebenbei landen gleich nebenan auch noch die Kleinflugzeuge aus Manthali. Teilweise waren 7 Helis gleichzeitig auf dem Boden, wurden be- und entladen und Passagiere hin- und her gejagt.
Wir flogen wie vorbesprochen in 4 Runden und Phunuru warnte uns schon vor dass es 2 Flugrouten gibt: eine ein wenig längere über den Pass und die Normalroute dem Fluss entlang. Natürlich wollten alle über den Pass und das Wetter sah dafür gut aus. Wir mussten nur noch den richtigen Piloten zugeteilt bekommen, der den Umweg auf sich nimmt. Aber Phunuru wäre nicht Phunuru wenn er nicht alles so in die Wege geleitet hätte dass wir den richtigen Piloten haben.
Um kurz vor 9h war es dann soweit und die erste Gruppe konnte einsteigen und losfliegen. Wir anderen genossen weiter das organisierte Chaos und machten uns bereit für den Abflug. Ich hatte Glück mit dem Fensterplatz, leider wurde das Fenster aber halb von meiner Dufflebag verdeckt. Trotzdem konnte ich die 10 Minuten mit wahnsinniger Aussicht geniessen und ich sah sogar unser erstes Ziel, den Merapeak.
Phunuru selbst wies den Piloten auf dem Landeplatz ein und alle die schon in Khote waren grinsten bis über beide Ohren. Auch die dritte Gruppe konnte den Passflug geniessen, doch dann zogen Wolken auf und so waren die letzten auf der Normalroute unterwegs. Der Pilot machte aber auch das zu einem speziellen Erlebnis da er ziemlich nahe an den Bäumen und Prayerflags entlang flog.
Zum Abschluss machten wir noch ein Gruppenbild vor dem laufenden Heli mit dem Piloten, bevor wir zur Lodge spazierten.
Nun war relaxen angesagt, so verbrachten wir den Tag mit Lesen, Gesprächen mit anderen Trekkern, einem kleinen Spaziergang zu einem heiligen Stein und dem Mittagessen.
Morgen wird wieder ein Akklimatisierungstag auf dem Plan stehen, bevor wir uns weiter das Tal rauf bewegen.
Freitag, 28.Oktober - Erstbesteigung
Das Abendessen am Mittwoch war wie bisher sehr gut. Ich ass dieses Mal vegetarische, frittierte Momos und war sogar mutig genug, um eine chocolate custard zu bestellen. Niemand konnte mir erklären was es sei, darum musste ich es einfach bestellen. Leider war das nicht sooo fein und mit Schokolade hatte es auch nicht viel zu tun. Einige probierten die Creme die aussah wie Ahornsirup mit Schokoladepulver vermischt. Aber niemand konnte die Schokolade heraus schmecken. Danach kam überraschenderweise noch ein Highlight hinzu. Unser Ami-Guide Stu ist nämlich ein heimlicher Musiker. Und so kamen wir in den Geschmack von einigen Musikminuten von ihm, bevor es ab ins Bett ging.
Am nächsten Tag stand unser nächster Akklimatisierungs-Hike an. Der Weg begann gleich hinter dem Teehaus und war von Beginn weg sehr steil. Der Besitzer unseres Teehauses hat den Weg erst diesen Sommer angelegt, um eine Möglichkeit zu haben, sich am Berg zu akklimatisieren. Bisher war der Plan nämlich immer, den Weg nach Thagnak zur Hälfte hochzulaufen und wieder zurück zu kommen. Frühere Trekker mussten die Hälfte des Weges also 3x laufen: 2x rauf und 1x runter.
Wir waren darum gestern auf diesem neuen Weg unterwegs, den erst eine andere Gruppe begangen hatte. Die Stufen waren zum Teil noch ein wenig lose, aber die viele Arbeit, die bisher in den Weg gesteckt wurde, war klar ersichtlich. Am Ende des Weges wurde es immer steiler und irgendwann schien der Weg zu Ende zu sein, über uns nur ein steiles Grascouloir, das nicht gerade einladend aussah. Das hinderte Phunuru natürlich nicht daran weiter zu gehen. 3m unterhalb des Gipfels schien dann endgültig das Ende des Trails erreicht zu sein. Oder doch nicht? Er kletterte die letzten Meter, erklärte die Kletterei als möglich für uns alle und so endeten wir nach kurzer Zeit alle auf dem kleinen Gipfelplateau. Die Aussicht war grossartig und natürlich feierten wir das mit einem Gruppenfoto.
Der Abstieg zurück zum Teehaus verlief besser als erwartet, das Grascouloir forderte ein wenig Konzentration, vor allem weil wir keine losen Steine lostreten durften, weil darunter der Rest der Gruppe war.
Zurück im Teehaus dann die grosse Überraschung: wir waren die ersten, die den Gipfel je erreicht hatten. Die erste Gruppe ein paar Wochen zuvor kehrte unterhalb des Couloirs um. Wir sind nun also alle offizielle Erstbesteiger des 4100m hohen Khote Ri. Ich hätte nie gedacht, dass ich je eine Erstbesteigung machen würde und jetzt ist das gestern in den Himalayas passiert. Ich glaube ich brauche bald neue Visitenkarten 😂
Wir feierten das mit einer weiteren Relaxingrunde. An Tagen wie diesen ist es umso wichtiger, dass die Gruppe so interessant und vielseitig ist wie die unsere. Man kann dasitzen und lesen, aber auch jederzeit mit jedem spannende Unterhaltungen führen. Ich entschied mich für ein paar online Puzzles und viele Gespräche. Gegen Abend gab es ein Kartenspiel namens Cambio das Stu uns beibrachte. Er lernte es als er in Italien für einige Zeit lebte und wollte es uns nicht vorenthalten.
Kurz darauf gab es einmal mehr Abendessen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich hier den ganzen Tag nur wandere, schlafe und esse. Nach dem Essen wurde wieder Musik gemacht. Stu nutzte den Nachmittag um mit Hilfe eines Wörterbuchs und Phunuru einen Song in Nepali über Justin zu schreiben. Er ist unser zweiter Ami-Guide und seit kurzem in einer Beziehung, was für alle immer wieder Anlass für Witze gibt.
Die Erstaufführung fand nun statt und das Gelächter der Nepali Sherpas zeigte, dass der Text sehr lustig war. Niemand von uns, ausser den Songwritern, wusste Details des Songs. Wir sind also gespannt was die Übersetzung ist. Diese wurde bis jetzt noch nicht verraten.
Danach konnten wir Stu zu einem längeren Privatkonzert überreden. Mein neuer Lieblingssong ab jetzt ist Father and Son von Cat Stevens.
Ich konnte leider nicht mehr so gut einschlafen, dafür wachte ich nicht durch Lärm auf.
Heute Morgen war Wanderstart um 9h, der Weg führte uns in wenig mehr als 4 Stunden dem Fluss entlang Richtung Thagnak. Kurz vor dem Dorf konnten wir eine kleine Höhle mit Altar besuchen und sogar eine kleine Puja durchführen.
Eine Puja wird hier in Nepal eigentlich bei jeder Expedition auf einen Gipfel durchgeführt. Sie dient dazu, die Götter für eine sichere Besteigung anzufragen. Vor der Ama Dablam wird es im Basislager nochmals eine grössere Puja geben. Darauf freue ich mich schon seit ich mich für diesen Trip angemeldet habe.
Im Teehaus angekommen, assen wir erstmal unser Mittagessen, das einer unserer Nepali Guides vorbestellt hatte. Danach konnten wie die Zimmer beziehen und hatten den Rest des Nachmittags zur freien Verfügung. Der Ofen wurde erst um 17h eingeheizt und die Sonne war seit unserer Ankunft hinter den Wolken versteckt. Es war also ziemlich kalt, trotzdem schaffte ich es dank heissem Wasser in der Nalgene-Flasche nicht zu frieren.
Ich habe heute entschieden im Verlauf der nächsten 3 Wochen Stu mindestens 1 Schweizer Lied beizubringen. Darum nutzte ich die freie Zeit, um die Texte von 4 Songs von Hand abzuschreiben.
Das Abendessen kam pünktlich und war zum Glück sehr heiss. Nach dem Essen war dann Zeit um Stu die Lieder zu zeigen, so dass er aussuchen kann, welches er lernen will. Die Auswahl ist: 079, Zündhölzli, I schänke dir mis Härz und W Nuss vo Bümpliz. Wir starten mit Zündhölzli und ich bin gespannt wie lange es geht, bis er die Wörter korrekt aussprechen kann. Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.
Mir geht es noch immer sehr gut. Im Moment habe ich ein wenig Kopfschmerzen, aber diese sind gut aushaltbar. Ich hatte Angst vor dem Sprung auf 4000m weil ich normalerweise immer Probleme habe mit Übelkeit. Heute hatte ich bei der Ankunft das Gefühl als hätte ich ein Bier auf nüchternem Magen getrunken. Das verflog aber nach dem Essen schnell wieder. Ich geniesse es hier extrem und bin so froh, dass ich den Mut hatte, auf diese Reise zu gehen. Die Berge sind so schön, die Abgeschiedenheit beruhigend und das Reduzieren auf das Minimum extrem befriedigend.
Sonntag, 25.Oktober - Luxusherberge
Heute ist Samstag und der Tag hielt für uns einen weiteren Akklimatisierungs-Hike bereit. Wir konnten wählen zwischen einem kurzen Hike zum nahegelegenen See oder einem langen zum Aussichtspunkt. Ich fühlte mich vollkommen fit, weshalb ich mich mit den meisten auf zum Aussichtspunkt machte. Leider haben Mutthu und Esha heute Morgen Anzeichen von Höhenkrankheit gezeigt und dementsprechend wenig bis gar nichts essen können. Sie machten sich aber trotzdem auf zum See um sich zumindest ein wenig zu bewegen. Sie wurden von Rajan begleitet, der sich auch nicht so wahnsinnig fühlte.
Also machten wir uns zu 12. auf den Weg zum Aussichtspunkt.
Der Weg war meist wieder sehr steil, das Tempo entsprechend langsam aber die Aussicht fantastisch. Je höher man ist, desto mehr Berge poppen irgendwo hinter einem Grat auf. Wir machten immer wieder mal Trinkpause, so dass wir unsere mitgebrachten 2l auch wirklich unterwegs trinken. Etwa 100hm unter dem Aussichtspunkt durften wir in unserem eigenen Tempo hochgehen, was Dean dazu veranlasste seinen Turbo zu zünden und loszumarschieren.
Ich konnte ebenfalls ein wenig schneller laufen, ohne Probleme mit der Höhe zu haben. Das macht mich noch ein wenig zuversichtlicher was die Ama Dablam betrifft. Dean wird da auch immer noch zum Team gehören und Frits ebenfalls. Dean war letztes Jahr am Manaslu um sein Ziel einmal im Leben einen 8000er zu besteigen zu erfüllen. Leider waren im 2022 die Schnee- und Wetterverhältnisse so schlecht, dass er im Camp 2 umkehren musste. Er ist sicherlich der Stärkste in unserer Gruppe und ich bin mir sicher, dass er die Ama Dablam ohne Probleme erklimmen wird. Frits ist beim Runtergehen nicht der sicherste Geher, da er sich nicht so wahnsinnig wohlfühlt dabei. Ich bin mir aber sicher, dass auch er sein Bestes abrufen können und es auf den Gipfel schaffen wird.
Auf jeden Fall kamen alle unserer Gruppe wohlbehalten zum Aussichtspunkt und wir konnten die Zeit nutzen um lustige Fotos zu schiessen. Nach etwa 30 Minuten wanderten wir denselben Weg wieder runter, doch ca. 700m die wir zu meistern hatten. Wir hatten nach dem Frühstück schon Lunch bestellt, so mussten wir nicht so lange warten, bis wir nach unserer Ankunft unser Mittagessen verspeisen konnten. Ich habe dieses Mal nur eine Suppe bestellt, weil ich sonst beim Abendessen nicht mehr so viel essen könnte.
Den Nachmittag verbrachten einige mit Schlafen, lesen oder dem Updaten in den Nachrichten. Kelly, Stu und ich überwanden uns, eine Runde Yoga abzuhalten. Eine von Stus Freunden ist Yogalehrerin und schickte ihm einen ganzen Zirkel, denn wir im letzten Rest der Sonne durchführten. Es tat gut sich ein wenig zu strecken und dehnen und wir haben uns vorgenommen, dass wir das jetzt alle 2 Tage wiederholen.
Um 17h spielten einige von uns dann nochmals eine Runde Cambio, eine gute Beschäftigung um die Kälte zu ignorieren und die Wartezeit zu verkürzen bis der Ofen eingeheizt wird. Ich hatte leider beim Spiel kein Glück und sammelte Punkte ohne Ende. Was doof ist, denn der mit den wenigsten Punkten gewinnt das Spiel.
Zum Abendessen gab es für mich Vegi-Fried-Rice, die Hälfte musste ich abgeben, denn der Teller war massiv gefüllt. Justin und Stu essen jeweils unsere Reste, es gab also keinen Foodwaste. Nach dem Essen ist vor dem Kartenspiel, aber auch die zweite Runde war nicht meine, sodass ich ein wenig deprimiert zu Bett ging.
Heute Morgen mussten wir einmal mehr unsere Dufflebags packen, denn wir wanderten wieder eine Station weiter. Laut Phunuru würden es 2,5h wandern werden mit 2-3 Pausen. Dies erwies sich als ziemlich korrekt. Wir brauchten 10 Minuten länger, konnten jedoch noch einen Aussichtspunkt besuchen von dem wir den See sehen konnten. Der See ist insofern speziell, weil er die tragische Geschichte mit sich trägt, dass er die Folge eines riesigen Gletscherabbruchs ist. Er war früher grösser und eingekesselt in Moränen und vor ca.15 Jahren brach ein gigantisches Stück vom Gletscher ab, dass die Moräne brach und eine riesige Wasser-Schuttmasse das Tal herunter floss. Ein Teil von Tagnakh und sogar halb Khote fielen dieser Tragödie zum Opfer. Es ist schwierig, sich diese Masse an Eis, Fels und Wasser vorzustellen wenn man sich den kleinen See anschaut.
Phunuru warnte uns schon vor, dass das nächste Teahouse toll sein werde, mit Sonnenraum, beheizten Decken und feinem Essen. Natürlich fiel es uns schwer, ihm das zu glauben, aber alles was er uns erzählte ist zu 100% wahr. Wir genossen ein fantastisches Mittagessen im schön warmen Sonnenraum und jedes Bett hat tatsächlich eine Heizdecke. Ich kann das fast nicht glauben, auf knapp 5000m. Die Nacht wird auf jeden Fall sehr gemütlich, zumindest hoffe ich das. Weil im Moment viele Gruppen am Mera Peak unterwegs sind, muss ich hier das erste Mal mein Zimmer teilen, aber das ist absolut kein Problem. Kelly wird meine Zimmergenossin sein.
Nach dem Zimmerbezug nutzte ich die freie Zeit um ein wenig zu stretchen und diesen Blog zu schreiben. Ich freue mich jetzt schon auf das Abendessen, aber zuerst wird es wieder eine Runde Cambio geben, hoffentlich dieses Mal mit mehr Kartenglück als gestern auf meiner Seite.
Montag, 30.Oktober - Ruhetag
Das Abendessen war wieder köstlich. Ich gönnte mir sogar ein Stück Apfelkuchen zum Dessert. Der Essraum war heute sehr voll weil einige grosse Gruppen unterwegs sind. Trotzdem war es gemütlich und schön warm im Essraum. Nach dem Essen wollten wir eigentlich Cambio spielen, aber die Berggeschichten von Phunuru sind halt doch immer viel zu spannend. Gestern erzählte er uns von seinen diversen Rettungsaktionen die er jeweils an den Bergen durchführen musste. Angefangen hat es mit der Geschichte seiner ersten Everest-Expedition. Er war damals verantwortlich für die Logistik auf dem Southcol. Sein Job war es, das Camp bereit zu machen damit die Gruppen von IMG auf knapp 8000m nur ins Zelt liegen müssen. Leider wurde das Wetter immer schlechter, sodass die Gruppe ins Camp 2 Abstieg. Das hat er aber leider nicht mitbekommen, weil er wegen dem Wind das Walkie Talkie nicht hörte. So musste er im Total 8 Nächte und 9 Tage da oben im Camp ausharren. Für Westler wir uns unvorstellbar ohne schon nach kurzer Zeit zu sterben. Er durfte in dem Jahr keinen Gipfelversuch wagen, weshalb er das Jahr darauf umso erfreuter war, als er die Chance auf den ersten Gipfel bekam. Seit damals sind einige Jahre vergangen und er hat den höchsten Punkt der Erde mittlerweile 16 Mal bestiegen. Das letzte Mal dieses Jahr Ende Mai mit meiner Zeltkameradin vom Aconcagua, Rebecca.
Er war es auch, der das letzte Abendessen mit Ueli Steck genoss, bevor dieser 2017 am Nuptse verunglückte. Sie sassen mehrere Stunden zusammen und assen viel Dahl Baht. Wenn wir von Ueli Steck sprechen: Phunuru war es auch, der den Streit zwischen Steck und den Sherpas schlichtete, als diese Stecks Zelt mit Steinen bewarfen. Wie es sich für einen echten Gentleman gehört, verschwieg er uns die unbekannten Einzelheiten und seine Meinung zum Ganzen. Ich könnte ihm Tage zuhören wenn er von seinen Abenteuern und Anekdoten am Berg erzählt. Gestern gestand er uns auch, dass sein grösster Traum die Besteigung des K2 und der anderen 8000er im Karakorum sei, aber seine Mutter und Schwester dagegen seien. Seine Frau ist zwar auch dagegen, aber sie könnte er vielleicht noch umstimmen, meinte er. Wir sind gespannt, wie sich sein Traum weiter entwickeln wird. Wir würden es ihm auf jeden Fall gönnen, wenn er seine Chance bekommen würde. Aber es scheint wie bei allen in unserer Gruppe: das Gespräch mit der Mutter scheint das schwierigste zu sein, bevor man sich für eine Expedition entscheidet.
Nach den Abenteuergeschichten brauchte ich ein wenig länger zum Einschlafen, geweckt wurden wir durch einen Heli der einen Deutschen Trekker nach Kathmandu bringen sollte. Die Geschichte dieses jungen Mannes zeigt einmal mehr, dass es sich lohnt genau zu überlegen, mit welcher Firma man solche Touren bucht. Die Gruppe war vorgestern zum Highcamp aufgestiegen und er fühlte sich da schon elend. Trotzdem ging er mit seinen Kollegen kurz nach Mitternacht los zum Gipfelversuch. Nach 400m kehrte er um und musste im Zelt im Highcamp auf einen Guide und/oder Sherpas warten. Danach brachten die 2 ihn unter schwersten Bedingungen irgendwie zum Teahouse zurück, unter Aufsicht einer Freundin. Er konnte zu dieser Zeit schon fast nicht mehr gehen und zeigte wenig Reaktionen auf Kontaktaufnahme. Die Sherpas liessen ihn dann im Teahouse auf einer Bank sitzen und sagten der Freundin dass er nun dableiben müsse, da sie ihn nicht weiter runterbringen dürften und der Heli nicht mehr fliegen könne wegen dem Nebel. Phunuru sah ihn halb sitzend, halb liegend beim Eingang und beschloss seinen Sauerstoffgehalt zu messen. Dieser war 46-50%, also viel zu tief. Er hätte sofort weiter runter gebracht werden sollen, aber da der Guide noch immer am Berg war, konnte auch Phunuru nichts weiter tun, als der Freundin zu sagen, dass sie ihm alle nötige Medizin verabreichen sollte. Der junge Mann lag dann in seiner Ecke bis ihn 2 ins Bett brachten, in der Hoffnung, dass sein Zustand sich in der Nacht nicht verschlimmern würde.
Solche Geschichten werden bei uns aus vielen Gründen nicht passieren. Zum Beispiel haben wir genug Guides, Phunuru würde uns nicht 2h im Highcamp lassen oder uns überhaupt weitergehen lassen mit solch starken Symptomen. Wir hätten Sauerstoff dabei und würden nicht irgendwo sitzen gelassen.
Auf jeden Fall schaffte es der Mann am Morgen selbständig zum Heli zu gehen und ich bin überzeugt, es geht ihm wieder viel besser tief unten im Tal.
Für uns hielt der Tag eine kurze Wanderung auf einen nahegelegenen Hügel bereit. Von dort sahen wir wieder andere Berge, einen See mit schwimmenden Eisbergen und das Highcamp vom Merapeak. Danach chillten wir, ich wusch mir die Haare mit kaltem Wasser und wusch sie aus mit heissem Wasser, wir assen Mittagessen im warmen Sonnenraum, bevor wir unser Material nochmals checkten. Im Detail hiess das, dass wir uns alle draussen trafen und unsere Bergschuhe und die Steigeisen anpassten. Diese werden morgen von Sherpas zum Gletscher getragen, damit wir bis dahin in unseren Trekkingschuhen gehen können. Wir erhielten auch noch die Info, dass wir unseren Gipfelsturm um einen Tag verschieben werden. Am 1.November zeigen die Wettervorhersagen bis zu 45km/h Wind am Gipfel, am nächsten Tag nur noch 10km/h. Da wir noch einen Puffertag zur Verfügung haben, und das Teahouse hier so toll ist, kamen natürlich keine Einwände gegen diese Verschiebung. Nun heisst es für uns also morgen nochmals einen Ruhetag zu geniessen in der Hoffnung dass die Sonne grösstenteils scheinen wird, so dass wir nicht den ganzen Tag in den dicken Daunenjacken rumsitzen müssen.
Freitag, 3.November - Bis zum Highcamp
Seit Montag ist schon fast eine Woche vergangen, es ist also höchste Zeit für ein weiteres Kapitel meines Blogs.
Der Dienstag startete für mich leider mit Fieber und laufender Nase. Der Tag war als Ruhetag geplant und ich nahm das wortwörtlich. Ich versuchte sowohl zum Frühstück, Lunch wie auch zum Abendessen zumindest ein bisschen was zu essen, was mir zum Glück gelang. Auch die 4l Getränk die ich mir täglich als Ziel setzte, erreichte ich am Dienstag. Am Vormittag gingen wir nochmals unser Klettermaterial durch, repetierten das Gehen am Seil und die Selbstsicherung im Schnee, falls jemand in eine Gletscherspalte fallen würde. Ich hielt die Stunde stehend draussen fast nicht aus, so wenig Energie hatte ich an dem Vormittag. Da die Sonne schien und der Wind noch sehr lau wehte, nutze ich die Pause zwischen Materialkunde und Mittagessen für ein kleines Schläfchen draussen. Am Nachmittag war es noch immer sonnig und im Sonnenraum fast zu heiss. Deshalb machte ich draussen noch eine Stretching-Session, um mich auf die 2 Tage am Berg vorzubereiten so gut es eben ging. Der Rest des Tages lief irgendwie an mir vorbei.
Am Mittwoch war der erste grosse Tag mit der Wanderung zum Highcamp: 800hm, davon 600hm mit den grossen Bergstiefeln auf dem Gletscher. Dank Medis über Nacht fühlte ich mich ein wenig besser, und ich wusste, ich könnte mir den ganzen Tag Zeit lassen für die Wanderstrecke. Ich hing mich von Beginn weg an die Fersen des Guides und folgte seinen Schritten stur bis zum Schuhwechsel. Das Wandern ging besser als gedacht und atmen konnte ich ebenfalls einigermassen. Nach dem Schuhwechsel ging es noch 15 Minuten über Steine zum Gletscher, wo wir die Steigeisen montierten.
Auf dem Weg zum Gletscher verloren wir leider eines unserer Team-Member. Mutthu hatte seit Tagen schon extremen Husten und schon kurz nach dem Wanderstart so viel Rückstand und so grosse Atemnot, dass sie entschied umzukehren. Sie wurde von Ngima begleitet der von Phunuru die Aufgabe erhielt, neben ihr das Zimmer zu beziehen und mindestens jede Stunde zu ihr zu schauen.
Der Einstieg zum Gletscher ist ziemlich steil, Phunuru nutzte das, um uns nochmals einige Tricks zum Steigeisengehen zu geben. Ich kenne diese zwar alle schon, aber in meinem Zustand war es vielleicht besser, dass ich sie nochmals hörte. Zunächst fühlte ich mich noch immer okay, aber als dann das lange steile Stück kam, kam ich ziemlich an meine Grenzen. Ich versuchte einfach meinen Rhythmus zu gehen, nochmals eine Stufe langsamer, denn jeder Schritt, egal wie klein, würde mich dem Highcamp näher bringen. Zudem war es sehr windig und ich hatte in einer Last Minute-Entscheidung am Morgen meine dicken Handschuhe aus dem Rucksack in die Dufflebag gepackt. Diese war schon lange im Camp. Zum Glück lieh mir Stu ein Paar seiner Handschuhe, so fror ich wenigstens nicht an den Fingern. Ich ging die meiste Zeit meinen Rhythmus, versuchte mein Wasser zu trinken in den Pausen und sonst Energie zu sparen. Aufschauen, wie weit es noch wäre, verbot ich mir bis ungefähr eine halbe Stunde vor dem Highcamp.
Als ich dann endlich ankam, war ich nicht mal die letzte und ich war weniger müde als erwartet. Trotzdem war ich ziemlich durch und froh darüber, dass ich mir am Morgen eine Cola in die Dufflebag packte und mich so bei der Ankunft damit belohnen konnte. Dazu waren schon eine Bouillon und heisser Tee bereit für uns. Die Zelte, inklusive Matratze und Kissen standen ebenfalls schon bereit, wir mussten nur noch unsere Luftmatratzen aufblasen und die Schlafsäcke ausbreiten. Nach der Willkommenssuppe war 2h Ruhezeit angesagt, die ich nutze, um die Aussicht zu geniessen und festzustellen, dass ich das grauslichste Klo der Welt gefunden habe. Um 17.30h war dann Zeit für unser Abendessen, es gab Veggie Dahl Baht, das für mich leider ein wenig zu scharf war. Ich konnte trotzdem die Hälfte essen ohne allzu fest zu leiden. Ich versuchte ebenfalls nochmals viel Tee zu trinken, in dem Wissen dass es mir zwar helfen würde in und mit der Höhe, mich aber auch in der kalten Nacht aus dem Zelt treiben würde.
Nach dem Abendessen ging es direkt ins Bett, um 20h war ich schon das erste Mal auf dem Weg zur Toilette. Zum Glück nimmt es keiner so genau, ob man IM Häuschen pinkelt oder BEIM Häuschen… als ich das zweite Mal aufwachte, nahm ich nicht einmal mehr den Weg zum Häuschen auf mich, was mir Zeit in der bitteren Kälte ersparte. Die gewonnene Zeit nutzte ich, um Medis zu nehmen, da ich pochende Kopfschmerzen hatte und unbedingt noch ein paar Stunden schlafen wollte.
Freitag, 3.November - Der Tag danach
Ich weiss nicht wie es bei den anderen war, aber ich schlief ziemlich direkt nach dem Einkuscheln in den Schlafsack ein. Wie immer wachte ich gelegentlich auf in der Nacht, aber weit weniger als in den früheren Nächten. Das Frühstück war heute schon um 7.00h, denn wir wollten nach Tagnakh gehen um dort den Heli nach Lukla zu nehmen. Alle waren voller Vorfreude auf die “Zivilisation“, heisse Dusche, das feine Essen oder die Aussicht bald im warmen Kathmandu zu flanieren. Zuerst hiess es für uns aber, Stu, Chirrin und Justin zu verabschieden und knapp 2 Stunden nach Tagnakh zu wandern. Dort würden wir auf die 4 treffen, die schon gestern abgestiegen waren und mit ihnen gemeinsam Mittagessen. Der Plan ging auf und das Wiedersehen war sehr herzlich. Den drei angeschlagenen ging es viel besser, Ngmia hatte sie verwöhnt und umsorgt, wie es nur möglich war.
Wir genossen unser Mittagessen im einigermassen von der Sonne erwärmten Essraum und währenddem sich unsere Mägen füllten, füllten die Wolken das Tal. Der Weg vom Heli nach Tagnakh war somit zu wolkenverhangen, um uns abzuholen. Wir hatten also die Möglichkeit, nach Khote zu wandern, oder in Tagnakh zu bleiben. In beiden Fällen würden wir erst morgen nach Lukla fliegen können. Weil wir bessere Erinnerungen an den warmen Essraum in Khote als in Tagnakh hatten, packten wir unsere Rucksäcke auf unsere Rücken und wanderten weitere 2 Stunden nach Khote. Um den Tag noch erinnerungswürdiger zu machen, schneite es auf mehr als der Hälfte des Weges und die Wolkendecke war überraschend dick. Trotzdem waren wir uns einig, dass das besser war, als in Tagnakh den ganzen Tag rumzusitzen und sich zu fragen, ob und wann wir fliegen könnten.
Um die Wartezeit bis zum Abendessen zu verkürzen, genoss ich eine weitere Portion Popcorn, eine Konstante aller meiner Nepal-Abenteuer, und begann den Blog zuschreiben. Mittlerweile ist mein Magen von einem Teller Spaghetti gefüllt und ich wieder bereit für den verdienten Schlaf. Ich fühle mich immer besser und hoffe mich in Lukla gut erholen zu können. Die Vorschau für die nächsten Tage: morgen ab 8h Heliflug in 3 Runden nach Lukla, frühstücken mit Phunurus Töchtern in Lukla (sie haben Ferien und nutzen diese um ihre Familie in Phortse und das EBC zu besuchen), Wäsche machen (lassen), duschen, Cinnamon roll und Wifi im Café geniessen, Duffles neu packen, den anderen goodbye sagen und übermorgen mit dem Heli zum Basecamp fliegen, wo Stu, Chirrin und Justin auf uns treffen sollten.
Kurzer Zusatz: Leider wurde heute frühmorgens der Flughafen von Kathmandu geschlossen wegen einem starken Erdbeben im Westen von Nepal. Wir werden also hier in Khote frühstücken und hoffen dass wir vor dem Mittag trotzdem ausfliegen können.
Samstag, 4.November - Zivilisation
Das mit dem Heliflug um 8h konnten wir spätestens vergessen, als Phunuru mit der Nachricht aufkreuzte, dass es im Westen Nepals ein schweres Erdbeben gegeben habe. Unser Heli war nämlich über Nacht in Kathmandu stationiert und der Flughafen dort für einige Zeit geschlossen worden.
Als dann die Nachricht kam, dass der Pilot losgeflogen war, war es kurz vor 8h, aber er musste erst einen Tank-Halt in Lukla einlegen, bevor er zu uns nach Khote fliegen konnte. So assen wir noch in Khote unser Frühstück und hofften, dass nicht wieder die Wolken kommen würden, während dem wir assen.
Kurz danach wurden die ersten 5 Jungs zum Helipad gerufen und nach dem Beladen des Helis waren sie mit dem Deutschen Piloten Philipp im Talverlauf verschwunden.
Wir Ladies waren die nöchsten auf der Liste und als wir so zum Helipad gingen und ich Richtung Tal schaute, war fast alles mit Wolken bedeckt. Also nicht wirkliches Flugwetter. Phunuru schien ebenfalls ein wenig besorgt zu sein, er redete nicht mehr soo viel und schaute immer wieder auf sein Funkgerät. Da von uns übrig gebliebenen 6 nur ich nicht einen Flug in Kathmandu zu bekommen habe, fing ich schon an auszurechnen, dass sie mich würden zurücklassen müssen, falls nur noch einmal geflogen werden könnte. Das würde aber ziemlich einsam und langweillig werden, weil das Teahouse leer war abgesehen von unserer Gruppe.
Auf jeden Fall glaubte keiner so wirklich daran, dass wir als komplette Gruppe heute noch in Lukla ankommen würden.. bis wir einmal mehr das Geräusch eines Helis hörten und Philipp tatsächlich mit seinem Heli wieder auftauchte.
Sofort ent- und beluden unsere sherpas den Heli und wir schlüpften auf die Rückbank, nicht sicher ob das so eine gute Idee ist mit dem Flug durch die Wolken. Vielleicht wäre ein weiterer Tag in Khote gar nicht schlecht? Wir hatten keine Wahl, denn als der Gedanke zu Ende gedacht war, waren wir schon lange in der Luft. Überraschenderweise gab es immer wieder ein grosses Wolkenloch in disem Wokenmeer und der Flug überhaupt nicht schlimm. Wir flogen einfach ein wenig tiefer und ganz dem Tal nach bis zum Haupttal des Dudh Kosi, das uns in Richtung Lukla führte. Dort war es so klar, dass die Flugzeuge munter hin und herflogen. Nun hofften wir, dass auch der letzte Flug so über die Bühne gehen konnte und bis dahin genossen wir eine weitere haöbe Wtunde direkt am Helipad. Das Gewusel, die „Tankwagen“, Menschen und Polizisten in ihrer unperfekten Harmonie zu bestaunen macht so viel Spass.
Als auch die letzte Gruppe da war, mussten wit uns von dem Getümmel verabschieden und machten usn auf den Weg zum Teahouse. Dort begrüssten uns schon Phunurus Töchter, die nun knapp 24h auf ihren Vater gewartet hatten.
Im Teahouse gab es dann erstmal Zitronen-Ingwertee und das Mittagessen musste bestellt werden. Danach waren alle ready zum Duschen. Den Reigen in der Gästedusche durfte ich beginnen, da ich die längsten Haare der Ama-Kletterer habe. Der Boden war eiskalt, die Luft ebenso, das Wasser nicht wirklich regulierbar und maximal 36 Grad warm, trotzdem genoss ich es sehr, im Dampf einen Grossputz zu unternehmen, den Trekker-Dreck abzuwaschen, damit der Kletter-Dreck seinen Platz finden kann in den nächsten 2 Wochen. Als ich fertig war, machte ich gleich noch eine Kleiderwäsche, da die Sonne gerade so schön schien. Dass das das letzte Mal sein würde und den Rest des Nachmittags in Strämen regnen würde, sagte mir leider niemand. Also wusch ich naiv meine Kleider im eiskalten Wasser, wrang sie aus und hängte sie stolz auf, als es zu tröpfeln begann. Die ironischen Kommentare der anderen über die Wolken ignorierte oder konterte ich mit Gegenwitzen. Hauotsache, das Zeug ist sauber, hängt an der Leine und mein Mittagessen ist heiss, war die Devise. Nun, knapp 20h später hängen sie immer noch da und sind noch nasser wie vorher..
Aber egal, zurück zu gestern. Das Mittagessen war köstlich, seit gestern weiss ich was ich immer bestellen und essen kann: Pakoda. Das ist fein geschnittenes Gemüse, das in eine Eier-Mehl-Milchmischung getunkt und dann frittiert wird. Sehr sehr lecker und immer heiss serviert, da es ja frittiert wird. Bye bye Tomatensuppe, hallo Pakoda!!
Den Nachmittag verbrachten wir als Gruppe im Himalayan Cafe. Das Wifi war leider nicht so toll, dafür die Getränke und der Schokoladenkuchen oder die Cinnamon Roll, heisse Schokolade oder Pommes. Wir waren insgesamt über 4h da, wir probierten also einiges aus. Ich erstand mir noch ein weiteres Buch über die Ereignisse am Everest 1996, ich entdecke hier immer wieder neue Bücher darüber. Dieses ist vom Sohn von Sherpa Tenzing geschrieben und ich werde es erst zu Hause lesen, denn ein Buch nehme ich nicht mit zur Ama Dablam. Kurz vor dem Abendessen kehrten wir zum Teahouse zurück, wo ich meine Dufflebag ein wenig aufräumte und unter anderem meinen Snack-Haufen zu reduzieren versuchte. Ich wollte so wenig wie möglich, so viel wie nötig mitnehmen, unnötiger Transport braucht es hier nicht. Ich machte ein Säckchen mit Ovoschoggi für die Töchter von Phunuru bereit, gab Chris meine Toblerone und machte ein Häufchen um in Lukla zu lassen, das ich dann am Ende des Trips verschenken wollte.
Im Essaal dann die grosse Überraschung, ich erkannte bekannte Gesichter. Ich brauchte einen Moment, bis ich es realisierte, wen ich da vor mir hatte: am Morgen als wir in Lukla vor 2 Wochen ankamen, sass neben uns eine Schweizer Familie, die ich ansprach. Schon damals waren sie mir sehr sympathisch und ich fand es schade, als wir herausfanden, dass unsere Zeitpläne komplett andere Ankunftszeiten in Lukla hatten. Wir wünschten uns damals nach dem Gespräch viel Glück und Spass auf dem Trek, in der Erwartung, dass wir uns nie mehr sehen würden. Und siehe da, das Sprichwort „man sieht sich immer 2x im Leben“ stimmt halt eben doch. Sie hatten den Plan den Gokyotrek zu begehen, waren aber alle irgendwann mal krank und entschieden darum, wieder in Richtung Lukla zu gehen. Wir waren auch nicht im Zeitplan wegen dem unmöglichen Flug gestern. So strandeten wir als wieder zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Wir nutzten das Znacht für den Austausch und ich weiss jetzt schon, dass wir uns wiedersehen werden. Ich gehe ja grundsätzlich Schweizern aus dem Weg auf diesen Expeditionen, das ist auch ein Grund warum ich immer bei Amis buche. Aber dieser schöne Abend zeigt, dass es da draussen eben doch auch mega coole Schweizer gibt. Christine, Markus, Kayla und Keano, falls ihr das liest, ich werde euch besuchen, egal ob in Zermatt, Lissabon, Faro oder Panama.
Aufgrund er lustigen Gespräche kam ich gestetn reichlich spöt ins Bett, erst um 21.30h lag ich im Schlafsack und schlief dafür zügig ein. Morgen werden wir hier frühstücken und dann beim Helipad warten bis wir losfliegen können. Geplanter Abflug wäre 9.30h und da weiss man ja nie..
Abgesehen von der zu erwartenden Kälte freue ich mich auf Teil 2, auch darauf dass Chirrin, Stu und Justin wieder zu uns stossen oder dass wir morgen schon unsere Puja haben werden.
Sonntag, 5.November - Basecamp-Leben
Ich stand heute extra um kurz vor 6h auf um den Trekkern tschüss zu sagen. Sie flogen heute nach Manthali, fuhren von dort mit dem Bus wieder nach Kathmandu und fliegen von dort in den nächsten Tagen nach Hause. Danach packte ich nochmals ein wenig meine Sachen um, damit ich ein par Dinge in Lukla lassen konnte. Das Frühstück für uns Ama-Leute war dann um 8h. Eigentlich wäre unser Abflug um 9.30h geplant gewesen, aber während den Frühstück meinte Phunuru plötzlich dass wir schon früher fliegen würden. So rannten wir mit unseren Duffles quasi zum Helipad. Dort holten die Mitarbeiter bald eine Waage auf den Platz, um uns und unser Gepäck zu wiegen. 15‘ später waren wir schon in der Luft Richtung Everest View Hotel, wo wir eine Zwischenlandung machten, um ein bisschen Traibstoff abzuladen für einen Heli der dort stand. Das letzte Mal stand ich dort oben auf einem Akklimatisierungshike im Jahr 2019. damals hätte ich mir niemals träumen lassen, dass ich dort mal in einem Heli sitzen oder die Sma Dablam besteigen würde. Der Halt war kurz und der Flug danach dem Tal entlang absolut fantastisch. Wir wurden von unserer Basecamp-Crew herzlich mit Tee empfangen und konnten unser Zelt auswählen und einrichten. Jeder hat eine Single-Wohnung aka Einzelzelt für sich. Als wir uns über die 2.Runde Tee hermachen wollten, traf auch schon Justin ein, der anscheinend seinen Kollegen den Berg hoch davon gerannt war.
Den Rest des Tages nutzten Frits und ich, um das Basecamp zu Fuss zu erkunden es scheint dass viele schon am Zusammenräumen sind. Es war sehr ruhig, da ein paar Gruppen auch am Berg waren. Zum Abendeseen gab es feine Sopsghetti Napoli und ich nahm sogar einen Zuschlag. Die erste Nacht in meinem Zelt schluef ich danach wunderbar.
Am Montag war unser erstes Basecamp-Training angesagt. Stu und Justin legten an einem nahen Boulder ein Seil an, an dem wir üben konnten, am Ascender vertikal hochzuklettern. Danach gab es eine Transfer-Länge und zum Schluss eine Abseillänge. So konnten wir auf und am Stein unsere Runden drehen. Ohne Handschuhe, mit dünnen, dicken und den Gipfelhandschuhen. Es ist frappant wie viel länger man mit dem Aufschrauben der Karabiner beschäftigt sein kann, wenn die Finger in den riesigen Fingerlosen Gipfel-Dingern stecken. Ich fühlte mich von Beginn an sehr wohl mit den Geräten. Dass ich in den letzten Jahren ein paar Stunden am Fels verbracht habe, zahlte sich heute sicher aus. Danke Claudine!!!!!
Wir übten bis etwa um 15h, natürlich unterbrochen mit einem feinen Mittagessen (frische Gurke, Karotte und Pommes). Danach wartete eine riesige Schüssel Poocorn auf uns, wovon ich - glaube ich - mehr als die Hälfte alleine ass. Phunuru organisierte während unserem Training ein paar Wifi-Karten, so dass wir am Nachmittag auch unsere Freunde über den aktuellen Stand informieren konnten. Zumdem mussten wir unsere Rucksäcke packen und das Material zusammen legen, das wir morgen in Camp 1 lagern wollen, um am Gipfelaufstieg nicht zu viel tragen zu müssen. Bei mir hiess das: Steigeisen, Gipfelhandschuhe, Daunenanzug, etc. Zum Znacht gab es Pasta und Pizza. Was für eine Kombination 🤣 ich gab meine Pizza weiter, ass dafür eine grosse Portion Pasta. Es gibt hier übrigens immer auch noch Dessert, wie heute heisse Mango.
Ich las noch ein bisschen, schlief dann aber schon bald ein, bereit für unseren ersten richtigen Tag am Berg.
Dienstag, 7.November - Camp 1
Tagwache war heute schon um 6h, weil wir uns um 7h auf den Weg machen wollten. Mein Ziel war es, schon zum Frühstück einen Liter zu trinken, damit ich es mit der Höhe nicht so schwer habe. Der Weg zum Camp 1 ist zu 90% ansteigender Wanderweg und die letzten 10% Fixseil. Ich versuchte in meinem Tempo zu gehen, was mir sehr gut gelang. Das Problem waren nur die Thermosachen die ich beim Start schon trug. Im Verlauf des Morgens zog ich diese aus, weil es einfach zu warm war mit der Sonne und ohne Wind.
Zwischenzeitlich hatte ich ein wenig Mühe mit den grossen Steinblöcken, die vor dem Fixseil zu erklimmen waren. Aber ich nahm mir einfach die zeit die ich brauchte. Das Grhen sm Fixseil war dann abgenehmer, es macht sogar fast schon Spass wenn es nicht senkrecht ist. Ich kam nach genau 5h Wanderzeit an, ca.6.5h total und richtete erst mein Zelt ein, ass und trank etwas. Ngima brachte heissen tee und ich schichtete mich gleich wieder ein, damit das für die nacht schon erledigt ist. Danach ging ich bis zu den prayerflags zuoberst von Camp 1, wo ich die Sonne genoss, ein wenig döste und jetzt immer noch sitze und denn Blog schreibe. Es wird aber allmählich kalt. In der Zwischenzeit wurden meine Sachen in ein anderes Zelt gebracht, weil meines grbraucht wird von der Firma. Hier oben stellt man selber Zelte auf und nutzt man diejenigen die leer sind von den anderen Firmen. Ich werde nun in einem Nimsdai-Zelt schlafen.
Donnerstag, 9.November - Ruhetag Nr.1
Im Moment ist es Donnerstag Mittag, kurz vor halb eins und wir werden gleich unser Mittagessen erhalten. Wir sind mitten in unserem ersten von 2 Ruhetagen im Basislager. Wir haben soeben gemeinsam eine halbe Stunde Yoga gemacht und ich sitze noch immer auf meiner Matte in der Sonne und trinke heissen Zitronen-Ingwer-Tee. Aus dem Tal ziehen immer mehr Wolken Richtung Basislager, wir werden also ziemlich wahrscheinlich bald keine wärmende Sonne mehr spüren. Das ist eigentlich jeden Tag so. Am Morgen ist der Himmel klar und stahlblau, im Verlauf des Nachmittags beenden die Wolken und Nebel diese wärmende Freude und verwandeln das Camp in einen Gefrierschrank. Da wir das wissen, nutzen wir natürlich die Sonnenstunden für allerlei Aussenaktivitäten. Heute war das Frühstück erst um 8.30h, da war das Zelt schon so warm, dass ich meine Kleider wieder mal wechseln konnte, ohne zu frieren. Heute haben wir keine Termine, müssen einfach schauen, dass wir genug trinken, essen und schlafen.
Das gibt mir Zeit, um über unsere Rotation zu berichten. Am Dienstag gab es im Camp 1 leckere Gemüse-Suppe zum Abendessen. Kurz darauf schlüpfte ich in mein Lager-Zelt, in dem genau meine Matte und mein Rucksack ebenfalls Platz fand. Leider konnte ich nicht wirklich schlafen, da ich irgendwie zu wenig Platz hatte. Ausserdem musste ich auch noch 2x pinkeln, was bedeutet: im Kopf akzeptieren, dass ich es nicht ignorieren kann. Oberkörper aus dem Schlafsack schälen, Stirnlampe finden und aufsetzen, Oropax rausnehmen, Jacke anziehen, Beine in die Kälte stülpen, Schlafsack vom Zelteingang wegdrücken, Innenzelt öffnen, Schuhe anziehen, Aussenzelt öffnen, aus dem Zelt purzeln, ohne an einer Zeltwand anzukommen und eine Prise Eis ins Gesicht oder den Nacken zu bekommen. Dann den im Tageslicht ausgemachten Pinkelort wiederfinden und hoffen, dass niemand mit eingeschalteter Stirnlampe in die eigene Richtung leuchtet. Danach das Ganze wieder in umgekehrter Reihenfolge in dem Wissen, dass der Schlafsack noch immer wunderbar warm ist.
Am Morgen hatte ich wie immer keinen Hunger, ich esse zu Hause auch kein Frühstück und es ist sehr anstrengend, zumindest 2-3 Bissen runter zu bekommen. Das scheint aber alle zu beruhigen, weshalb ich jeden Morgen mein Bestes gebe.
Um uns weiter zu akklimatisieren und nicht in schlechtem Wetter zu enden, sah der Plan heute so aus, dass wir 3h in Richtung Camp 2 klettern würden. Im Idealfall bis und mit der Schlüsselstelle Yellow Tower direkt vor dem Camp.
Wir starteten um kurz nach 7h und das Klettern machte extrem Spass. Ich versuchte alles so umzusetzen wie gelernt, immer an 2 Sicherungen zu sein und d3n Wechsel an den Haken ruhig und konzentriert zu managen. Das lief ausgezeichnet, ich war so konzentriert, dass ich keine Sekunde daran dachte, wie weit es unter mir runter geht oder ob ich das überhaupt könne. Ich strahlte anscheinend eine Selbstsicherheit mit dem Material aus, die alle beeindruckte und ich fühlte mich auch wirklich immer sicher. Die Transfers machte ich wie gelernt und die Griffe und Absätze für die Füsse fand ich immer auf Anhieb. Beim Yellow Tower war ich die 2. und ich nutze meinen Ascender perfekt für den 60m Turm. Nach 2m schaute ich aus Versehen nach unten und war erschrocken, dass da ein 800m Abgrund war. Sofort fokussierte ich mich wieder auf meine Hände, sagte meinen Guides, was ich gerade gesehen hatte und schaffte es tatsächlich, keine Angst aufkommen zu lassen. Oben angekommen, war schon 9.45h und als alle oben waren, ging’s für uns wieder den ganzen Weg zurück. Die steilen Stellen seilten wir ab, die Guides kontrollierten bei jedem Wechsel, ob wie richtig am Seil hängen. Darüber war ich sehr froh, denn das 4-Augenprinzip ist beim Klettern lebenswichtig.
Nach knapp einer Stunde waren wir wieder in Camp 1, wo wir unsere 7 Sachen zusammenpackten und uns weiter Richtung Basecamp machten. Einige Dinge liessen wir im Camp liegen, da wir sie erst auf dem Gipfelaufstieg höher am Berg benutzen würden.
Die Wanderung zum Basecamp dauerte danach noch 2.5h und als wir unten waren, waren alle stolz und voller Vorfreude auf die 2 Ruhetage. Ich zog mich gleich um und genoss das Popcorn, die Daunenhose und las ein wenig. Zum Abendessen waren alle so müde, dass es keiner schaffte, seinen Teller zu leeren. In der Nacht schlief ich dann wie ein Baby, ohne Pinkelpause, mit meiner warmen Trinkflasche kuschelnd bis die Sonne mein Zelt wärmte.
Mittlerweile haben wir heute Donnerstag unser Mittagessen gegessen, Nudeln mit Rösti und stellen uns auf einen ruhigen Nachmittag im Zelt oder den Wolken ein, unterbrochen mit den obligaten Popcorns und viel Tee.
Samstag, 11.November - Die Ruhe vor dem Sturm
Der erste Ruhetag am Donnerstag ging genauso ruhig zu Ende wie er begonnen hatte. Die meisten dösten oder nutzten das Internet, ich las ein halbes Buch. Das Abendessen war dann irgendwie viel zu gross für mich, da ich mich ja null bewegt hatte seit dem Mittagessen.
Am Freitag durften wir wieder ausschlafen, das Frühstück war so getaktet, dass wir bis dir Wonne das Zelt erwärmte, im Bett bleiben konnten. Leider hat die Wonne ihren Einsatz etwas vernachlässigt, denn als ich um 6h aufs Klo musste, hatten die Wolken schon überhand. Es war also nicht verwunderlich, dass ich bi 8.25h im Schlafsack blieb, obwohl wir um 8.30h frühstückten. Vor den Mahlzeiten bekommen wir im Basecamp übrigens immer heisse Tücher mit Eukaliptusgeschmack überreicht, mit denen wir unser Gesicht und die Hände waschen können. Wir benutzen es hin und wieder auch um den Rest des Körpers ein wenig auf Vordermann zu bringen. Aber es hilft nicht viel, eine Dusche fehlt uns allen sehr.
Nach dem Frühstück machten wir 3 übrig gebliebenen Kletterer, ich, Dean und Frits uns auf den Weg zum nahegelegenen Teahouse um wieder in einem Gebäude zu sitzen und etwas warmes zu trinken. Es kostete uns nur 15 Minuten Fussweg und ich genoss dort einen feinen heissen Masalatee. Danach spazierten wir wieder zum Camp, wo wir zu Mittag assen und auf Phunurus Familie warteten. Sie sind seit ca.6 Tagen auf dem EBC-Trek und nutzen das Ama Basecamp zur Akklimatisierung mit ihrer Gruppe. Es war toll die Töchter wieder zusehen und Phunurus Frau Minga persönlich kennen zu lernen. Wir tranken gemeinsam einen Tee bevor sie wieder zurück nach Pengboche wanderten. Danach spielten wir einige Runden Cambio. Das Wetter lud nicht wirklich ein um draussen zu sein, deshalb genossen wir das Spiel im Zelt bis das Abendessen kam.
Wir assen definitiv mehr als gestern, hatten uns ja auch mehr bewegt. Danach besprachen wir noch die letzten Details für unseren Gipfelaufstieg und was wir packen mussten. Ebenfalls mussten wir unsere Abendessen für am Berg aussuchen. Es gab verschiedene gefriergetrocknete Trekking-Mahlzeiten. Ich entschied mich für Kartoffelstock mit Rind und Mac&Cheese, bin mir aber noch nicht so sicher ob ich das auch wirklich essen werde am Berg.
Am Samstag Morgen nahmen wir es gemütlich. Frits startete um 8h weil er gerne ein wenig langsamer unterwegs ist. Wir Restlichen starteten um 9.30h. Das Ziel war das Camp 1 mit so viel Energie wie möglich zu erreichen, was wir 5.5h später auch schafften. Ich bin froh, muss ich den Weg nur noch einmal nach unten gehen, denn der spassige Tag ist eher der Klettertag von Sonntag, bei dem wir von Camp 1 zu Camp 2.7 klettern werden.
Nun sitzen wir in unseren Zelten, versuchen so viel zu trinken, dass wir hydriert bleiben, aber nicht dauernd aufs Klo müssen und nicht einzuschlafen, damit wir in der Nacht schlafen können.
Ich teile das Zelt heite mit Dean, damit wir alle in einer Zeltgruppe schlafen können und so der Infofluss und das Wasserbringen viel einfacher ist.
Ich versuche meine Nervosität und die damit verbundene Emotionalität so gut es geht zu unterdrücken, aber schon heute konnte ich mich 2x fast nicht beherrschen loszuheulen, weil ich so stolz bin und es kaum erwarten kann, die Ama zu besteigen.
Sonntag, 12.November - Camp 1 bis Camp 3
Für Dean und mich war heute Tagwache um 6.30, so dass wir uns eine Stunde später auf den Weg machen können.
Frits war heute wieder eine Stunde früher unterwegs, er hatte heute seinen kleinen D-Day. Das heisst, er musste in einer gewissen Zeit beim Yellow tower ankommen und sich noch gut fühlen. Ansonsten würde es für ihn unrealistisch sein, den Gipfel zu erreichen. Dean und ich wussten von dieser Vorgabe aber nichts. Was wir aber realisierten beim Bereitmachen, war dass es Phunuru wieder schlechter ging. Sein Fieber war wieder zurück und der Husten auch wieder so schlimm wie er die letzten Tage im Basecamp war. Trotzdem wollte er mit uns zumindest einen Teil in Richtung Camp 2 mitklettern. So machten wir uns also auf den Weg und nur 15 minuten danach hörten wir Stu im Funk, der mit Frits unterwegs war, dass Frits heute noch umdrehen werde. Schnell war der Plan gemacht, dass Phunuru mit uns mitkommen würde, bis wir Frits treffen und dann mit ihm zum Basecamp zurück kehren wird. Mir tat es für Frits sehr leid, denn ich denke die Kletterei auf der Route hätte ihm sehr Spass gemacht und ich hätte es ihm gegönnt, dass er zumindest ein Schlüsselstück, den yellow tower mal hätte klettern können.
Wir verabschiedeten uns also bald von Frits und Phunuru und stiegen weiter nach oben. Gewisse Stellen erkannte ich wieder, andere aber überhaupt nicht. Schon lustig wie unser Gehirn funktioniert. Etwa 3h nach dem Start, erreichten wir das Camp 2, von dem wir nur grausliges gehört hatten. Empfangen wird man von einer offenen, stinkenden Klofläche und einer Menge an leeren chinesischen Nudelverpackungen. Also ziemlich genau das was uns vorgewarnt wurde. Camp 2 war nur unser Zwischenstopp um Schuhe zu wechseln. Ab dort heisst es big boots und kurz danach Steigeisen. Wir lagerten unsere normalen Bergschuhe hier, damit wir beim Abstieg ab hier wieder mit den leichteren Schuhen gehen können. Für uns hiess der Wechsel auch, dass wir nun mit den grossen Schuhen klettern werden müssen. Es war schon eine Umstellung, denn die Beweglichkeit ist „leicht“ eingeschränkt. Vor dem ersten Schneefeld montierten wir auch noch die Streigeisen, es war der erste Schnee von vielem. Wer schon mal mit Kletterfinken an Fels geklettert ist, kann sich wahrscheinlich nicht vorstellen, nun mit Moonboots und Steigeisen am gleichen Fels zu hängen. Es ist wichtig, dass man die Füsse sehr genau setzt. Also entweder die 2 Frontzacken auf die 2mm-Kante, oder alle Zacken auf den glatten schräg abfallenden Stein. Alles andere ist unsicher, denn man rutscht weg und verkantet den Fuss. Wohlgemerkt versucht man das umzusetzen mit wenig Sauerstoff, Rucksack auf dem Rücken und währenddem man mit Handschuhen die Karabiner auf- und zuschraubt oder den Ascender ans Seil anhängt. Ah und unter einem geht es ziemlich senkrecht runter und vir einem ziemlich senkrecht hoch, was mir lustigerweise hier nur bei einem Ort wirklich Angst gemacht hat.
Dee Aufstieg von Camp 2 zu Camp 3 dauerte für uns leider deutlich länger als geplant. Am selben Tag waren um die 60 Personen auf dem Gipfelaufstieg und wir wussten, dass alle diese uns irgendwann würden queren müssen auf dem Weg zurück nach unten. Eigentlich hofften wir, dass wir einen Grossteil der Gruppe erst nach dem gefährlichen Grey Tower kreuzen würden, dem war aber nicht so. Es gibt sehr wenige Anker, wo ein Solches Manöver überhaupt möglich ist. Das bedeutet dann viel Wartezeit, was nicht schlimm war, da wir auf der windstillen Sonnenseite kletterten. Der 120m hohe Grey Tower hingegen hat nicht nur keine solche Ankerpunkte, sondern ist nichts anderes als ein Couloir voller loser Steine, denen man hilflos ausgesetzt ist, sobald oben jemand quert und man selber am hochklettern ist.
Wartet man, steht man schnell eine Stunde, klettert man wenn oben jemand ist, sollte man schnell sein und keine Pausen machen.
Wir entschieden uns für eine sehr sichere Variante: Ngima und Sonam waren sowieso weit voraus, sie gaben uns Bescheid als sie oben angekommen sind. Danach machte sich Justin auf den Weg und wartete ab bis eine Gruppe durch war und stoppte eine zweite Gruppe. Wir restlichen kletterten den ersten, sehr gefährlichen Teil so schnell es eben ging in der Höhe und ohne Pause. Danach kreuzten wir die gestoppte Gruppe am am wenigsten ungeeigneten Ort. Das kostete uns zwar knapp 2h, dafür sahen wir nicht so viele fallende Steine an unseren Köpfen vorbeifliegen.
Nach dem Grey tower folgte noch das dritte bekannte Merkmal der Ama, der Mushroom ridge. Ich weiss zwar nicht genau wo der Anfang und wo das Ende war, oder warum das Ding Mushroom heisst, aber ein Grat ist es und toll zum Klettern ebenso. Das Abenteuer endete für uns um kurz vor 4, also noch im Hellen und mit genügend Ruhezeit für den Gipfeltag. Unser Zelt stand dieses Mal auf Schnee, gleich an der Route. Zum Abendessen gab es das im Basislager ausgewählte trockengefrorene Fertiggericht, für mich Mac&Cheese, das ich fast fertig gegessen habe und heissen Tee.
Das Ziel für die Nacht war schlicht Ruhe. Keiner erwartet, dass du auf 6300m noch schläfst wie ein Baby. Ich wälzte mich mehr oder weniger weil ich keine bequeme Lage fand. Beim Wecken stellte sich heraus, dass ich neben dem Mätteli lag und wahrscheinlich darum auch nichts bequemes zum Liegen hatte. In der Nacht musste ich auch einmal pinkeln, was hier oben noch „lustiger“ ist als weiter unten am Berg. Ich hatte nämlich nur meine Profillosen Innenschuhe zum Anziehen und draussen war es keinen Meter flach. Ich hatte Dean schon vor dem Zu-Schlafsack-gehen gewarnt, dass ich mich allenfalls direkt vor dem Vorzelt erleichtern würde.
Gesagt getan, ich rutschte 3x aus, konnte mich aber jedesmal am Seil und/oder am Zelt festhalten und schaffte es sogar, mich dabei nicht selbst zu treffen.
Zum Glück trank ich nach dem Ankommen fast nichts mehr, so dass ich den Versuch nicht wiederholen musste.
Montag, 13.November - It's Go-Time
Der wichtigste Tag meines Trips stand heute auf dem Programm. Würde ich zu hundert Prozent glücklich nach Hause fahren können, wie man so schön sagt “mit dem Gipfel im Sack” oder nicht? Ich habe die ganze Zeit versucht, den Gipfel in den Hintergrund zu rücken, denn egal wie weit ich es an der Ama Dablam schaffen würde, ich würde gestärkt und mit noch mehr Erfahrung nach Hause zurück kehren. Das habe ich vielen schon vor meinem Abflug gesagt und meinte es auch so. Als nun am 13.November morgens um 1.30h der Wake-up-call kam, musste ich mir zuerst bewusst machen, dass heute wirklich und allein das letzte Stück zum Gipfel zu erklimmen war. Der Tag gestern an dem wir fast nur kletterten, hatte mir so viel Spass gemacht, ich wollte eigentlich den steilen Schneehang gar nicht hoch. Aber wenn man schon so nahe am Gipfel ist…
Die Info am Vorabend war, dass wir um 1h geweckt und um 2h loslaufen würden. Irgendwie klappte mit dem Timing etwas nicht, denn kurz nachdem wir unseren Tee in den Händen hielten, hörten wir Stu‘s Stimme: Dean, Annemie, get ready, we are leaving in 15 minutes… ich sass da noch eingekuschelt im Schlafsack, rundherum meine 7 Sachen verteilt von denen ich noch nicht wusste, ob ich sie zum Gipfel mitnehmen musste. Zum Glück hatte ich gestern vor dem Einschlafen schon eine Vorauswahl getroffen, meine Snacks separiert und den Rucksack geleert. Natürlich schafften es Dean und ich nicht pünktlich bereit zu sein, doch da es windstill war, froren Stück und Justin nicht wirklich beim Warten. Ich konnte sogar vor dem Loslaufen meine Pinkelklappe vom Daunenanzug ausprobieren.
Um 2.30h war Go-time und wir machten unsere ersten Schritte Richtung Gipfel. Was die nächsten 4.5h ablief war alles auf einmal und schwierig zu beschreiben: meine Beine fühlten sich alles andere als stark an. Das Gefühl hatte ich unter anderem auch am Matterhorn, wo ich trotzdem den Gipfel erreichte und das Erlebte in vollen Zügen genoss. Deshalb ignorierte ich die Beine einfach. Ich versuche an Gipfeltagen immer, so wenig wie möglich daran zu denken, wie lange es wohl dauern würde, bis die Sonne zu sehen ist. Eigentlich versuche ich, gar nicht zu denken und wenn doch, an etwas Schönes. Heute war es die erste Zeit das Ausrechnen, wie lange es wohl dauern möge bis ich 100hm überwunden hatte, wenn ich pro Minute 3 Schritte und Pause mache. Ich kam auf das Ergebnis, dass mich diese Qual ungefähr eine Stunde kosten würde, ich also ungefähr 5h Gipfelanstieg hätte. Nicht einberechnet hatte ich, dass die Stufen zum Teil immens hoch waren, ich also pro Schritt manchmal einen Höhemeter zurücklegte. Einmal kam mir der Gedanke, dass der Idiot der die Stufen machte, ein drei Meter Riese sein müsste. Dann fragte ich mich, ob es meinen Zehen im rechten Fuss gut geht, da sich diese kalt anfühlten. Als ich einmal hinter mich schaute, wo Stück eigentlich hätte sein sollen, war da niemand mehr. Ich fragte mich, ob er ausgerutscht war, im selben Moment wurde mir klar, dass er dann ja immerfort am Seil hängen müsste. Beim nächsten Mal als ich zurück schaute, war er wieder da, er musste zwischendurch seine Handschuhe wechseln. Als ich nach gefühlt einer Stunde bei der ersten (und letzten) flachen Stelle des Aufstiegs ankam, hechtete ich quasi auf die Fläche, zum Glück nicht auf einen der zahlreichen Toilettenplätze, und versuchte meinen Atem zu beruhigen.
Stu funkte Phunuru an um zu fragen wie weit wir wären. Seine Antwort war teilweise beruhigend. Wir waren schon 2h unterwegs und hatten knapp die Hälfte der Höhenmeter unter uns. Das hiess aber, dass nochmals 2h und 300hm vor uns lagen. Und wir reden hier von einem Berg, dessen Steigung am Gipfeltag fast konstant bei über 60 Grad liegt. Ich konnte mir bisher nie etwas darunter vorstellen. Für jene, denen es ähnlich geht: wir sind am Gipfeltag mehr hoch gelaufen als wir Distanz geradeaus gelaufen sind.
Kam mir jemals der Gedanke ans Aufgeben? Ja, aber da war ich schon eine Stunde unterwegs und die hätte ich für die Katze gemacht. Irgendwie kam mir der logische Gedanke, dass ich mir so 3h Aufstieg erspart hätte, gar nie.
Was mich am gesamten Aufstieg am meisten frustrierte, war der blöde Ascender. Um an einem Fixseil aufzusteigen, braucht man dieses essentielle Gerät, zu Deutsch Steigklemme. Sie funktioniert ganz einfach: man fädelt das Seil ein und schliesst die Klemme. Zieht man an der Klemme, treiben sich feine Zähnchen ins Seil, so dass man stoppen und ins Seil sitzen kann. Geht man weiter, muss man die Klemme am Seil vor sich her stossen. Im Basecamp habe ich das liebevoll ”Gassi gehen” genannt. Auf über 6500m, müde und im Dunkeln begann ich dieses Ding und meinen rechten Arm zu hassen. Ich hatte schlicht keine Energie und Nerven, dieses Sch****-Ding vor mich herzuschieben. Aber ohne geht es nicht. Ich kam regelmässig an den Punkt wo ich mich ins Seil hockte und mich fragte, was das eigentlich sollte. Aber trotzdem ging ich weiter, denn jeder Schritt, egal wie lange die Pause danach, oder wie wenige Schritte danach folgten, würden mich dem Gipfel näher bringen.
Der Frust, den ich empfand, als ich wieder mal eine einen Meter hohe Stufe entdeckte, ist fast unbeschreiblich. Jedes Mal überwältigte mich mehr die Hoffnungslosigkeit, die Stufe zu überwinden, bis ich irgendwann vor einer solchen Stufe stand und nicht mehr weiter wusste. Es schien einfach unmöglich, das Ding zu überwinden. Mein Herz wollte weinen, mein Kopf versuchte sich zu wehren, denn ich war schon so weit gekommen. Es kostete mich mehrere Minuten um die Überhand über den Frust zu gewinnen. Ein Gedankenblitz traf mich, irgendein Sportler, der sich auf den Kopf schlug um wieder klar zu denken. Ich machte es genau so, schlug mir auf den Helm, sagte mir Federer-mässig ”come on” und fokussierte mich auf die Lösung des Problems. Ab da war der Ablauf bei den nächsten Stufen klar: mit Stirnlampe beleuchten, Plan machen, Schritte ausführen, atmen, weitergehen (mit tausend Pausen), nächste Riesenstufe analysieren, Plan machen, Schritte ausführen, etc.
Das führte mich zu irgendeinem Ankerpunkt, mittlerweile war es schon hell. Stu machte den Fehler, Chirrin zu fragen, wie lange es noch gehe. Der Blick nach oben deutete an, dass der Gipfel quasi vor den Zehenspitzen lag, die Antwort lautete jedoch 1 Stunde. Ich dachte einfach, dass ich das jetzt auch noch hinbekommen würde, ich war zu nah am Gipfel, es wären bei meinem “Tempo” vielleicht noch 200 Schritte oder so. Stu meinte nach einiger Zeit, es seien nur noch 40hm und ich solle versuchen einen Rhythmus zu finden, damit ich nicht ständig Pause machen würde. Ehrlicherweise hat er den ganzen Gipfelanstieg ähnliche Gedanken geäussert, meine unkonstruktive Antwort war immer: es geht nicht, ich würde ja, wenn es gehen würde, aber ich kann nicht. Jetzt wo ich das niederschreibe, finde ich das ein wenig peinlich, denn sowohl als Coach, wie auch als Lehrerin, ist “ich kann nicht”, ohne es zumindest zu probieren, ein absolutes No-Go für mich.
Auf jeden Fall war ich dieses Mal komischerweise gewillt, Stu zu zeigen, dass ich es wirklich probiere und sieht da, es klappte: 4x atmen, beim ersten Mal einen Schritt machen, beim dritten Mal den Ascender hochschiebend und das Ganze wieder von vorne.. keine Ahnung, warum es funktionierte, mein Verdacht ist, dass es einfach nicht mehr so steil war wie der Rest des Aufstiegs. Nur kurz danach kam plötzlich Justin ins Bild und Dean stand ebenfalls da. Ich war also sehr nah am Gipfel, was mich nicht antrieb, sondern dazu führte, dass ich realisierte, dass ich soeben im Begriff wäre, die Ama Dablam zu besteigen. Ich, vor einem Monat so voller Zweifel, ein Normalo aus der Schweiz, nicht stark, nicht speziell und massiv egoistisch, ganz alleine in Nepal, abgestempelt, verrückt nach Einhörnern, aber mutig genug, es wenigstens zu versuchen.
Die Gefühle überrumpelten mich und alles was ich dachte, war “nicht weinen, das geht nicht mit dem Atmen” und so stand ich da, 10m vor dem Gipfel und dem Rest des Teams, verzweifelt versuchend, einen Atemrhythmus zu finden, mit dem ich den Rest zum Gipfel weitergehen konnte. Es dauerte mehrere Minuten und die Freude, die ich in allen Gesichtern sah, half dabei nicht wirklich.
Die Umarmungen ganz oben waren erfüllt von Herzlichkeit, Stolz, Freude, Unglaube und unheimlichem Glück. Ich war so dankbar und konnte die Aussicht erst gar nicht geniessen. Ich sah die Gebetsfahnen und der Bann war gebrochen, die Tränen fanden ihren Weg, mein Körper schüttelte sich nur noch und das erste was ich hinter den Gebetsfahnen sah, war der wolkenlose Everest. Der Berg weshalb ich überhaupt da auf der Ama stand, und er zeigte sich in seiner vollsten Schönheit. Das Gefühl, das diesen Gedanken begleitete war zu meiner Überraschung positiv, denn das erste Mal in meinem Leben dachte ich, dass ich zu 100% fähig bin, den Everest zu besteigen.
Die anderen hatten sich mittlerweile schon zum Gruppenfoto versammelt. Ich versuchte mich also zu beruhigen, wischte die Tränen weg und machte mich ans lächeln, damit ich nicht wieder ein so verzerrtes Gipfelfoto hatte wie vom Matterhorn.
Ich hatte eine mentale To do-Liste für den Gipfel: Fotos mit den Einhörnern und meiner Flagge, ein 360 Grad Video, Gebetsfahnen aufhängen für meinen verstorbenen Vater, ein Burpee-Video drehen und einen Stein mitnehmen.
Zudem versuchte ich die Aussicht in mich aufzunehmen, was mir irgendwie nicht so gelang. Ich weiss auf dem Gipfel jeweils, dass erst die leichte Hälfte getan ist, darum versuche ich mich immer zu fokussieren, bevor der Abstieg erfolgt. Einen Stein gab es auf dem schneebedeckten Gipfel auch nicht, aber das hatte ich auch ein wenig erwartet.
Ich glaube, nach meiner Ankunft um kurz nach 7h verbrachten wir ungefähr 20 Minuten auf dem Gipfel der Ama Dablam, die anderen der Gruppe ein wenig mehr, da sie auf mich warten mussten.
Danach war Zeit für den Abstieg. Es hiess immer, wir würden möglichst viel abseilen, doch am Gipfel war die Devise plötzlich, an den beiden Schlingen sichern und mit ahi,fe der Handseilbremse runter gehen. Es hatte nämlich nur ein Fixseil mit wenigen Ankerpunkten und man kann nicht am gleichen Seil abseilen, an dem jemand hochgeht. Ich ergab mich meinem Schicksal und fing an die steile Schneeflanke herunter zu gehen. Jeder Schritt wohlbedacht und die Hände fest um das Seil geschlungen. Wir hatten zum Glück praktisch keinen Gegenverkehr, so konnten wir uns einzig und alleine auf uns fokussieren und schon nach dem 3.Ankerpunkt richtig abseilen. Ich fragte mich tausendmal auf dem Abstieg wie und ob ich diese Schritte wirklich gegangen bin. Die Steilheit ist fast noch besser fühlbar beim Abseilen, die Abgründe die ich überwunden hatte, wirkten fast noch unüberwindbarer.
Rund 2h nach den Gipfelfotos und viele abgeseilte Seillängen später, machte ich die letzten Schritte ins Camp 3, immer noch glücklich, dass ich es auf den Gipfel geschafft hatte, aber auch bereit, den Rest des Abstiegs noch heute aufzunehmen.
Montag, 13.November - Der Gipfel ist freiwillig, die Heimkehr obligatorisch
Die Rückkehr ins Camp 3 war erst ein kleiner Teil des Abstiegs. Trotzdem fühlte es sich an wie ein Schritt in eine wohltuende Sicherheit. Die steile Schneeflanke lag hinter mir und vor mir 500hm Kletter- und Abseilpassagen und 1250 Wanderhöhemeter bis zum Basecamp mit 6.5h Tageslicht. Zuerst hiess es aber packen, denn wir hatten sowohl unseren Schlafsack wie diverse andere Dinge im Zelt zurück gelassen. Ich war beim Abstieg etwas schneller als Dean, so konnte ich meine 7 Sachen schon fast fertig packen, bis er da war. Ebenfalls tauschte ich den Daunenanzug wieder mit meinen Kletterhosen, da wir den Rest des Tages an der Sonne und im Windschatten sein würden. Unterbrochen wurde ich durch heissen Tee und nudelloser Nudelsuppe (ich mag die Chinanudeln nicht so). Da mein Rucksack fast leer war, beschloss ich, alles was Platz hatte, selbst zu tragen, also Schlafsack, Daunenanzug, etc.
Wir warteten, bis alle der Gruppe ready waren, also Suppe intus und alles eingepackt hatten. Um 11h war es soweit und wir machten uns auf den Weg. Schon kurz danach war ich mit Justin und Sonam ein wenig voraus. Da jeder in seinem eigenen Tempo und Dean und ich mit 5 Guides unterwegs waren, war das auch kein Problem. Mein Fokus war die ganze Zeit auf das Hantieren der Geräte gerichtet: lange Schlinge umhängen, Karabiner schliessen, kurze Schlinge umhängen, oder Abseilgerät anhängen, Karabiner schliessen, beim Ankerpunkt das Ganze wiederholen, dazwischen am Seil schauen ob jemand daran hängt, oder fragen, welches Seil ich nehmen soll. Wir mussten nur 4 Personen kreuzen, zum Glück immer an geeigneten Orten und so waren wir 2h später schon im Camp 2. Dort konnten wir endlich die grossen Bergschuhe ausziehen und in die normalen Bergschuhe schlüpfen. Kurz vorher waren wir schon die Steigeisen losgeworden, da der Schnee kurz über dem Camp 2 auf der Route endet. Dean schien im Verlauf des Abstiegs von seinem Husten geschwächt zu werden, weshalb er weit hinter mir zurück blieb. Nach dem Schuhwechsel fragte ich, ob es okay sei, wenn ich weiterginge und nach kurzer Besprechung mit Phunuru am Funk gab er mir das Okay. Sonam und Ngima würden mich begleiten, da Chirrin schon voraus war, um im Camp 1 Bescheid zu geben, dass wir kommen.
Ich war den Guides dankbar, dass ich nicht warten musste, sondern mein Tempo gehen durfte, denn das Basecamp war mein Ziel für heute und je schneller ich unten war, desto eher würde das bei Tageslicht passieren.
Auf dem Weg von Camp 2 zum Camp 1 war ein wenig mehr los, da einige Gruppen den Tag nutzen, um eine Akklimatisierungsrunde zum Camp 2 zu absolvieren. Da aber alle ungefähr ähnlich schnell unterwegs waren, ergaben sich nicht gross Wartezeiten und wenn doch, nutzte ich diese um Fotos zu machen. Noch immer schaffte ich es, sehr konzentriert zu klettern, als ich einmal mein Abseilgerät falsch anhängen wollte, merkte ich es ohne Verzögerung und das zeigte mir einmal mehr, dass ich noch fit genug war für den Abstieg.
Ich brauchte für den Weg zum Camp 1 knapp 1.5h und war dann doch froh, als die letzte Abseilpassage hinter mir lag. Ich seile für mein Leben gerne ab, aber irgendwann ist der Klettergurt dann doch nicht mehr ganz so bequem. Im Camp 1 überraschte uns Devras, der extra hoch gestiegen ist mit einem Rucksack voller Sprite und Sandwiches als Zwischenverpflegung. Das Ziel war nämlich, dass alle heute noch bis zum Basislager absteigen. Dean war mittlerweile Stunden hinter mir und als ich hörte, dass auch er bis ganz zur Basis würde absteigen müssen, tat er mir extrem leid. Es schien als ob er den Gipfel zu schnell bestiegen hätte, denn er war extrem erschöpft, als er im Camp 2 angekommen war. Das Basislager ist davon noch 1600hm entfernt.
Ich wollte in Camp 1 wiederum keine Zeit verlieren und machte nicht lange Pause. Ich trank ein wenig Sprite, ass ein paar Gummipilze und sagte Chirrin, dass ich langsam losgehen würde. Er klärte das kurz mit Phunuru über Funk ab und der sagte ihm, dass er mich begleiten müsste und der Rest auf Dean, Stu und Justin warten müsste. Ich wusste von unserer ersten Rotation, dass wir rund 3h brauchen würden und da es schon halb 5 war, war auch klar, dass wir einen Teil der Strecke im Dunkeln absolvieren mussten. Nichtsdestotrotz schafften wir doch noch einen rechten Teil der Strecke im schwindenden Tageslicht. Die Stirnlampe setzen wir recht spät auf, Pause wollte ich nicht gross machen. Trotzdem setzen wir uns 2x kurz hin, der Rucksack von Chirrin muss extrem viel gewogen haben, denn meiner war schon voll und schwer. Ich versuchte auf den letzten 2 dunklen Stunden meinen Kopf einmal mehr auszuschalten und einfach im Stirnlampenlicht einen Schritt nach dem anderen zu machen. Die Zehen schmerzten schon lange, die Oberschenkel wollten eigentlich den Berg nicht mehr runterlaufen, der Fokus war voll auf die Füsse von Chirrin gerichtet. Um 5 vor 19h machten wir dann die letzten Schritte zum Camp, froh und glücklich, endlich in der 100% wahren Sicherheit zu sein. Phunuru war sehr überrascht, uns schon zu sehen und gratulierte uns von Herzen. Frits war ebenso überrascht und umarmte uns herzlich zum Empfang. Ich versorgte meinen Rucksack, zog wieder meinen Daunenanzug über, denn meine Daunenhosen und Jacken waren bei Ngima im Rucksack, und setzte mich für einen Tee ins Esszelt. Frits war gespannt auf meine Gipfelgeschichte und während dem Erzählen erhielten wir doch tatsächlich je einen Teller Popcorn. Ich hatte 3 Tage lang bei jeder Gelegenheit betont, dass ich nur wegen dem Popcorn direkt ins Basislager absteigen würde. Ich war so unglaublich glücklich, dass ich das dann auch wirklich essen konnte. Kurze Zeit später servierte uns Rinsin auch hochbeinig hervorragendes Dahl Baat, das Problem war leider, dass ich überhaupt keinen Hunger hatte. Ich war zu erschöpft und fokussiert auf das Popcorn, dass ich mit Mühe und Not die Hälfte des Dahl Baat essen konnte. Phunuru gesellte sich während dem Essen zu uns. So erfuhren wir den Zwischenstand von Deans Abstieg. Es ging ihm den Umständen entsprechend gut, er war einfach sehr erschöpft und litt unter sehr starkem Husten, was dem Energielevel zusätzlich schadete. Aber die Truppe bewegte sich beständig in Richtung Camp. Um 21.30h konnte ich mich nicht mehr so richtig wach halten, weswegen ich bei Phunuru um einen letzten Stand fragte. Eigentlich wollte ich wach bleiben bis zur Ankunft der Nachzügler, doch sie waren zu dieser Zeit erst beim Yak-Camp, also noch mehr als 4km vom Basislager entfernt. So schlüpfte ich in den Schlafsack und blieb doch noch einige Zeit wach um zu rekapitulieren, was ich heute geleistet hatte.
Dienstag, 14.November - Vorbei ist die gute Zeit
Am nächsten Tag nahm ich es gemütlich und stand erst kurz vor halb 9 auf, pünktlich auf das Frühstück. Dort konnte ich endlich Dean zum erfolgreichen Abstieg gratulieren. Die armen Kerle trafen erst kurz vor Mitternacht im Basislager ein, sahen daher auch ein wenig zerknittert aus. Trotzdem, das wichtigste, dass alle gesund vom Berg gekommen sind, haben wir zu 100% erreicht. Auch Frits freute sich mit uns, was ich ihm sehr hoch anrechne. Denn ich kann mir vorstellen, dass es alles andere als leicht ist, früher im Basislager zu sein, dort alleine einen Tag zu verbringen und dann zusehen zu müssen, wie die anderen den Gipfel besteigen, den man erfolglos zu besteigen versucht hat.
Nach dem Frühstück hatten wir kurz Zeit, unsere Duffels zu packen, denn der Flug nach Lukla war heute Vormittag schon geplant. Ich schmiss meine Sachen entweder in die Kletter- oder Trekkingtasche und war in 10 Minuten schon fertig. Den anderen ging es wohl ähnlich, denn wir standen bald alle dumm in der Sonne herum. Zum Abschluss der Zeit am Berg gab es noch eine kleine Dankesfeier mit Gipfelkuchen und Trinkgeld-Übergabe an unsere Sherpas. Ohne sie wäre so eine Expedition nämlich absolut undenkbar. Man liest das immer wieder in individuellen Berichten und ich möchte das auch nochmals betonen.
Ngima, Sonam, Chirrin als unsere Berg Sherpas und Devras und Rinsin als unsere kulinarischen Sherpas haben an der Ama Dablam gigantische Arbeit geleistet. Zuvor war Chirrin auch schon dabei und mit ihm ein jüngerer Ngima, Ang Karma und Pemba, die uns auf der 2-wöchigen Akklimatisierungstour zum Merapeak ebenfalls in jeder Situation beiseite standen und alles Abnahmen, was möglich war.
An der Ama Dablam schleppten die Armen unsere Bergschuhe, Schlafsäcke, etc hoch. Weil im Camp 1 kein Schnee lag, musste das Wasser vom Basecamp hochgetragen werden. Ich half mit 1.5l, aber das war ein kleiner Teil, verglichen damit was die Sherpas hochtrugen. Stu und Justin standen den Lokalen in nichts nach, ich möchte nicht wissen, wie schwer deren Rucksäcke waren. Aber ich werde ihnen sicher zeigen, wo in Kathmandu die besten Massagen zu geniessen sind.
Immerhin konnte ich mich ein mini-bisschen revanchieren, indem ich fast alle meine Sachen ab Camp 3 selber ins Basislager trug.
Kurz nachdem wir den Gipfelkuchen gegessen und auch noch für das letzte gemeinsame Gruppenbild posiert hatten, hörten wir schon die Funk-Durchsage zur Ankunft unseres Helis. Schnell schleppten wir die Duffles zu einem für Phunuru geeigneten Landeplatz. Für uns sah es zu uneben aus, aber wir hatten ja auch keine Ahnung… der Pilot Laurenz landete perfekt und nur Minuten später sass ich mit Justin, Dean und Frits ein letztes Mal in einem Heli. Ein letztes Mal blickte ich auf das entschwindende Basislager, erhaschte einen letzten Blick zur Ama Dablam, genoss die Sicht auf den Wanderweg zwischen Pengboche und Lukla und staunte über die Enge des Dudh Kosi-Tals.
Auf dem Helipad war nicht so viel los wie die letzten Male, trotzdem war das Warten auf den zweiten Teil der Gruppe nicht langweilig. Sobald wir komplett waren, ging’s zu Fuss zur Lodge , wo der übliche Ablauf auf uns wartete: Lunch bestellen, Zimmerbezug, Schlafsack ausrollen, Aus- oder umpacken, Lunch essen, Dinner bestellen. Dazwischen konnte Stu die Löcher in meinen Daunenkleidern mit einem Wundertape flicken. Nach dem Lunch ging ich noch ein letztes Mal in das Himalayan Café um die letzten Sonnenstrahlen zu geniessen, bevor die Wolken aufzogen. Den Rest des Nachmittags schrieb ich an meinem Blog, so dass ich fast noch zu spät zum Abendessen in den Esssaal kam. Dieser war unerwarteteres proppenvoll, an unserem Tisch sassen 2 fremde Gesichter. Wie sich herausstellte, waren es 2 Helipiloten, einer davon unser heutiger Pilot Laurenz, der überraschendere ebenfalls aus der Schweiz kommt. Wir verbrachten ein lustiges, spannendes und üppiges Abendessen zusammen, bevor wir uns langsam ein letztes Mal in unsere Schlafsäcke kuschelten.
Der Plan für den nächsten Tag hatte ich beim Einschlafen im Kopf: Frühstück um 6.15h, die Duffles schon gepackt,, nach dem Frühstück zum Flughafen spazieren, um ca. 8h nach Manthali fliegen, 5h nach Kathmandu fahren und dort dann hoffentlich endlich lange heiss duschen.